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Friedensforum
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Shraga Elam, Zürich
Die deutsche Bewegung gegen den Irak-Krieg muss die
zentrale Rolle Israels berücksichtigen
Breite Teile der deutschen Friedensbewegung, welche gegen den Irak-Krieg sind,
klammern bei ihren bisherigen Aktionen und Stellungnahmen die zentrale Rolle
Israels als sehr gewichtige kriegstreibende Kraft weitgehend aus.
Dieser Schritt ist falsch und verheerend. Denn dadurch wird nicht nur die Sicht
auf die laufenden gefährlichen Entwicklungen im Nahen Osten versperrt, sondern
auch ein sehr relevantes und plausibles Szenario ausser Acht gelassen:
Bei einer weiteren Eskalation der Angriffe gegen den Irak ist es durchaus
denkbar, dass falls der Irak mit einem Gegenangriff auf Israel reagieren würde,
was unter Umständen die Verwendung von Massenvernichtungswaffen durch
ballistische oder andere Mittel bedeuten kann die deutsche Regierung höchstwahrscheinlich
ihren bisherigen Antikriegs-Kurs ändern könnte.
U.a. müssen die folgenden Tatsachen berücksichtigt werden:
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Die israelische Regierung setzt sich klar und laut für den Angriff gegen
den Irak ein. Dies obwohl die israelische Armeeführung sagt, dass der Irak
keine existentielle Bedrohung für Israel darstelle. Einiges deutet darauf
hin, dass Israel sehr gerne die notwendige Ausrede für die Eskalierung der
militärischen Massnahmen gegen den Irak liefern würde. Diese Gefahr ist
durch den israelischen Wahlkampf noch grösser geworden. |
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Die pro-israelische US-Lobby pusht (busht) sehr stark für den Angriff. |
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Es bestehen klare gemeinsame strategische, politische und ökonomische US
und israelische Interessen, die die "Anti-Terror-Kampagne" prägen.
Aus dem beiliegenden wichtigen Papier (http://www.newamericancentury.org/RebuildingAmericasDefenses.pdf),
welches die Bush-Politik offensichtlich beeinflusst, gehen Teile dieser
gemeinsamen Interessen hervor: Die Erhöhung des US-Militär-Budgets und
mehr Aufträge für die US und israelische Waffenindustrie). |
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Die wichtige amerikanische Zeitung USA Today berichtete, dass
US-Truppen in Israel für den Angriff vorbereitet und ausgebildet werden. |
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Laut verschiedenen Quellen (inklusive der FAZ) weilen bereits
israelische Elite-Einheiten im Irak. Mehrerer Berichte zufolge, habe
der Einsatz der Bodentruppen gegen den Irak schon begonnen. Der israelische
Infodienst DEBKAfile, welcher bei solchen Angelegenheiten (im
Unterschied zu seinen sehr zweifelhaften Analysen) immer wieder grosse
Glaubwürdigkeit beweist, behauptet, dass es im Moment schon einen heftigen
Kampf im Südost-Irak gebe (http://www.debka.com/article.php?aid=195). |
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Es darf nicht übersehen werden, dass mehrere Erklärungen und Berichte
darauf hindeuten, dass Israel im Rahmen des Irak-Krieges eine Massenvertreibung
der palästinensischen Bevölkerung plant. Die israelische rechtsradikale
Zeitung Makor Rishon schrieb, dass Condoleezza Rice einen Auftrag an
US-Institutionen erteilt habe, die 'Übersiedlung' der PalästinenserInnen
in den Irak zu prüfen. Es ist bekannt, dass solche 'Transfer'-Pläne bei
republikanischen Kreisen Unterstützung geniessen. |
Die deutsche Friedensbewegung kann nicht auf den Protest gegen
die israelische Politik verzichten. Die Erfahrungen aus dem letzten Golfkrieg
vor bald zwölf Jahren zeigen eindeutig, dass sich die Verdrängung des Themas
verheerend auswirkt. Die starke deutsche Friedensbewegung musste eine enorme
Schwächung und eine Spaltung wegen der gravierenden Mängel der deutschen
Geschichtsaufarbeitung und der starken Tabuisierung um den Judeozid erleben.
Dieser Fehler darf nicht noch einmal passieren!
Shraga Elam
Israelischer Friedensaktivist und Journalist in Zürich
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Texte von Shraga Elam | |
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