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Im
Vorfeld der Informationsveranstaltung
„Wir könnten das Licht sein für
Afghanistan“. Frauenrechte
in Afghanistan – was hat sich verändert? "Wir könnten das Licht sein für Afghanistan"
- 11. November 2002, 21:04 Uhr Jürgen Mickley (Medienforum Duisburg): „Wir könnten das Licht sein für Afghanistan“ – so haben wir diese Sendung betitelt und so ist auch der Titel einer Informationsveranstaltung, die am kommenden Donnerstag in Duisburg die Gelegenheit gibt, sich über die aktuellen Verhältnisse in Afghanistan zu informieren, insbesondere unter dem Gesichtspunkt der Frauenrechte in Afghanistan. Diese Veranstaltung wird initiiert und durchgeführt von vier Einrichtungen, nämlich dem Friedensforum Duisburg, der Globus-Gesamtschule am Dellplatz, der Infostelle Dritte Welt und dem Fachausschuss Frauen des evangelischen Kirchenkreises Duisburg-Süd. Zu Gast im Studio habe ich jetzt Inge Holzinger vom Friedensforum Duisburg und Angela Wermke von der Infostelle Dritte Welt, also zwei der Organisatorinnen, die diese Veranstaltung ins Leben gerufen haben „Wir könnten das Licht sein für Afghanistan“ Inge Holzinger – wieso wird diese Veranstaltung durchgeführt und inwiefern ist sie von Bedeutung und Notwendigkeit? Was haben wir mit Afghanistan zu tun und was interessiert uns, wer da das Licht ist und wer nicht? Inge Holzinger (Friedensforum Duisburg): Ich denke, es ist sehr notwendig, einmal authentisch zu hören, wie es den Menschen – nicht nur den Frauen, auch den Kindern und den Männern – in Afghanistan heute geht. Nachdem seit über einem Jahr mit deutscher Beteiligung dort Bomben fallen, riesige Schäden angerichtet werden, über 5.000 Zivilisten – unbeteiligte Zivilisten – im "Kampf gegen den internationalen Terrorismus" umgekommen sind, sollten wir uns hier schon vor Augen halten lassen, was dort eigentlich passiert, wie die Menschen dort ihr Leben fristen. Jürgen Mickley (Medienforum Duisburg): Nun haben ja viele das Gefühl, seitdem die Weltgemeinschaft – aber insbesondere auch die Amerikaner – in Afghanistan eingeschritten sind und das Taliban-Regime in die Wüste gejagt haben, herrschen dort ruhige Verhältnisse, herrscht dort Demokratie. Können Sie das so bestätigen, oder was wissen Sie besser? Inge Holzinger (Friedensforum Duisburg): Von Demokratie dürfte das Land weit entfernt sein. Ab und zu bekommen wir etwas berichtet über Afghanistan, wenn irgendwo Raketen oder Bomben explodiert sind, die gegen die Truppen ausländischer Mächte dort im Lande gerichtet sind. Also da sieht man, dass das Land weiterhin ein großer Unruheherd ist. Das Land ist eigentlich – abgesehen von der Region um Kabul – aufgeteilt – man kann sie nennen – Kriegsherren, die ihre eigenen Armeen haben und durchaus nicht auf einer Linie mit der Regierung in Kabul liegen, sondern versuchen, ihren eigenen Vorteil zu finden und ihren eigenen Vorteil zu wahren. Jürgen Mickley (Medienforum Duisburg): Also Aufmerksamkeit ist angesagt, und das kann nicht besser geschehen, als dass man sich Informationen aus erster Hand holt. „Wir können das Licht sein für Afghanistan“, eine Veranstaltung am kommenden Donnerstag, den 14. November um 18 Uhr in der Globus-Gesamtschule am Dellplatz. Der Eintritt ist frei. Ich würde noch ganz gern darauf hinweisen, wer denn da kommt. Angela Wermke, Sie haben eine Referentin eingeladen, die von einer Frauenorganisation geschickt ist bzw. in einer Frauenorganisation engagiert mitarbeitet. RAWA ist die Abkürzung für diese Frauenorganisation. Das R kommt von „revolutionär“ und das W kommt von „women“, also es ist ein englischer Titel. Können Sie kurz sagen, was das heißt RAWA? Angela Wermke (Infostelle Dritte Welt, Duisburg): RAWA
ist die Abkürzung für “Revolutionary Association of the Women of
Afghanistan”. Jürgen Mickley (Medienforum Duisburg): Da haben wir alle vier Buchstaben erklärt. Wir wollen auf das „revolutionär“ vielleicht insofern eingehen, dass man sagen kann, die Verhältnisse in Afghanistan sind so mittelalterlich, dass wenn jemand Demokratie fordert, dann ist das schon ein sehr revolutionäres Vorgehen. ... Insofern erklärt sich das Wort „revolutionäre Organisation“. Wen erwarten Sie, auf wen freuen Sie sich? Angela Wermke (Infostelle Dritte Welt, Duisburg): Wir freuen uns schon ganz besonders auf Frau Sahar Saba. Sie ist 29 Jahre alt, Afghanin und ist als Kind schon als Flüchtling in Pakistan gelandet. Dort hat sie mit neun Jahren erst angefangen, lesen und schreiben zu lernen und ist mittlerweile so weit, dass sie selber in der Hilfsarbeit der Organisation RAWA Bildung für Mädchen und Frauen organisiert. Jürgen Mickley (Medienforum Duisburg): ... Sie sagen, da Afghanistan in der Hand verschiedener religiöser Fundamentalisten liegt, werden im Land die Menschenrechte überall auf schrecklichste Weise verletzt. Die derzeitigen Umstände seien sogar noch schlimmer als zur Zeit der sowjetischen Besatzung. Die Art und Heftigkeit der Verbrechen, die den afghanischen Frauen von den Fundamentalisten angetan werden, suchen ihresgleichen in der modernen Geschichte. ... Meine Damen, was wissen Sie denn über Menschenrechtsverletzungen in Afghanistan? Es heißt, sie suchen ihresgleichen in der modernen Geschichte. Was wurde den Frauen und was wird den Frauen in Afghanistan heute noch angetan? Angela Wermke (Infostelle Dritte Welt, Duisburg): Die Taliban sind zwar weg, aber an ihre Stelle sind andere Fundamentalisten getreten bzw. alle Personen, die vorher an der Macht waren, sind natürlich nicht vollkommen ausgetauscht worden. Das heißt, für die Frauen hat sich im Grunde nicht viel geändert. Jürgen Mickley (Medienforum Duisburg): Laufen Frauen ohne Schleier herum – das heißt – meine Vorstellung ist, dass dort eine Art Befreiung stattgefunden hat und so ging es auch teilweise durch die Medien, dass also nun der Schleier weg ist, dass Frauen wieder in die Schulen können und in die Universitäten. Ist dem so? Angela Wermke (Infostelle Dritte Welt, Duisburg): Das
war das Bild, das praktisch nach dem sogenannten „Antiterror-Krieg“ in den
Medien verbreitet wurde. Dass die Frauen dann reihenweise ihre Burka (so heißt
dieses Kleidungsstück) zu Boden geworfen haben und entschleiert durch die Straßen
gelaufen sind. Die aktuelle Situation in Afghanistan ist aber nicht so. Die
Frauen laufen weiterhin mit ihrer Burka herum einfach aus Angst. Jürgen Mickley (Medienforum Duisburg): Inge Holzinger, Sie haben gesagt, dass demokratische Verhältnisse in Afghanistan nicht herrschen, man noch weit davon entfernt sei. Haben die Frauen möglicherweise auch Angst, dass die Machtverhältnisse sich wieder umkehren könnten, und wehe der, die dann ohne Schleier rumgelaufen ist? Inge Holzinger (Friedensforum Duisburg): Es ist natürlich schwierig für einen, der dort im Lande nicht gewesen ist und sich nicht selbst informieren konnte, jetzt verbindliche Aussagen zu machen. Man muss sich also, wie auch Angela Wermke sagte, auf Berichte berufen, die man von irgendwo her erhält. Und es ist wirklich so, dass die Frauen voller Angst sind vor Übergriffen.
Es wir berichtet (muss ich wieder sagen) von Studentinnen: offiziell haben die Frauen das Recht zu studieren, sie haben das Recht in die Schulen zu gehen, sie haben das Recht, berufstätig zu sein, Ärztinnen machen das auch wahr, nehmen das in Anspruch, einfach weil es notwendig ist, sich um die Bevölkerung zu kümmern, die vom Krieg sehr stark geschädigt ist. Aber es wird berichtet, junge Frauen, die es wahrnehmen, in Kabul – in der Hauptstadt, wo ja doch die Verhältnisse ziemlich umgestülpt worden sind – zu studieren, es vorziehen, in der Burka in die Vorlesungen zu gehen. Einfach um sich vor Übergriffen zu schützen.
Ich denke, in ländlichen Gebieten hat sich vorläufig für die Frauen nicht viel geändert, außer dass sie ihre Mädchen in die Schule schicken können, dass sie zum Arzt gehen dürfen, wenn einer da ist. Das war ja früher nicht möglich. Sie durften Ärzte – wenn sie sie aufsuchten – nur in Begleitung des Mannes oder eines Sohnes oder eines anderen männlichen Begleiters aufsuchen, durften auch mit dem Arzt nicht selber sprechen, so praktisch über einen Dritten – und dass sie auch in geringem Umfange berufstätig sein können, irgendwelche Tätigkeiten ausüben können. Aber es wird für diese Frauen sehr schwierig sein in den ländlichen Gebieten, wirklich die Rechte, die ihnen gesetzmäßig mittlerweile wieder zustehen, in Anspruch zu nehmen. Jürgen Mickley (Medienforum Duisburg): Sie sagen, wir können uns nur beziehen auf Berichte, auf Medienberichte. Wird es denn in den Medien ihrer Erfahrung nach in den letzten Monaten über Afghanistan hinreichend berichtet? Inge Holzinger (Friedensforum Duisburg): Afghanistan ist aus den Medien verschwunden. Ganz, ganz selten taucht noch mal irgend etwas auf, und es muss dann etwas sehr Spektakuläres sein. Und deshalb sind wir auch so froh, dass es uns gelungen ist, diese junge Frau aus Afghanistan hierher zu bekommen und zu hören, was sie zu berichten hat. Jürgen Mickley (Medienforum Duisburg): ... Angela Wermke, haben Sie denn sozusagen die Referentin für diese einmalige Veranstaltung in Duisburg von Afghanistan hierhin eingeflogen, das sind ja horrende Reisekosten? Angela Wermke (Infostelle Dritte Welt, Duisburg) Natürlich nicht. Die Referentin ist zur Zeit für zwei Wochen auf Veranstaltungsreise durch ganz Nordrhein-Westfalen unterwegs. Es wird finanziert von der Heinrich-Böll-Stiftung und organisiert wird es von der Friedensintiative Nottuln, die auch diese gesamte Reise koordiniert. Jürgen Mickley (Medienforum Duisburg): Und Sie haben sich mehr oder weniger „drangehängt“ und gesagt, das ist ja ein gutes Angebot. Wir haben eben schon gehört, man hat relativ wenig Informationen aus erster Hand über Afghanistan, und diese gute Möglichkeit wollen wir auch in Duisburg nutzen und eine Veranstaltung anbieten. Sagen Sie doch mal ganz kurz als Vertreterin der Infostelle Dritte Welt, als eine „Weltpromotorin“, wie es zu dieser Zusammenarbeit gekommen ist dieser vier Einrichtungen in Duisburg. Das Friedensforum Duisburg macht mit, Globus Gesamtschule am Dellplatz, die sagt, wir finden, es ist eine wichtige Veranstaltung, und – neben der Infostelle Dritte Welt – der Fachausschuss Frauen des Evangelischen Kirchenkreises Duisburg Süd. Vier Einrichtungen sagen, das ist eine tolle Veranstaltung, da wollen wir gern Mitveranstalter sein. Wie kommt das, dass sich da vier zusammen getan haben? Angela Wermke (Infostelle Dritte Welt, Duisburg): Ich finde, das ist natürlich eine tolle Sache, dass sich da die vier Organisationen zusammen getan haben. Das Thema Frauenrechte in Afghanistan geht natürlich in ganz verschiedene Bereiche. Da ist das Friedensforum natürlich an der Friedensarbeit ganz nahe dran, aber auch der Fachausschuss Frauen setzt sich natürlich einmal hier vor Ort für Frauenrechte ein, aber natürlich auch weltweit. Da lag es natürlich auch nahe, dass dieser Frauenausschuss sich beteiligt. Die Globus Gesamtschule ist Veranstaltungsort – und am Freitagmorgen wird Frau Saba auch dort in den Unterricht gehen, und die Schule war auch daran interessiert, dass abends auch Eltern und sonstige Interessierte die Möglichkeit haben, die Referentin live zu erleben. Jürgen Mickley (Medienforum Duisburg): Inge Holzinger, das Friedensforum Duisburg engagiert sich in Sachen Frieden. Frauenrechte in Afghanistan – ist das ein Friedensthema für Sie? Inge Holzinger (Friedensforum Duisburg): Man könnte ganz verkürzt sagen, da geht es um den inneren Frieden im Lande. Denn wo die Hälfte der Bevölkerung unterdrückt wird, kann es ja keinen Frieden geben. Ich meine, das Friedensforum arbeitet in der letzten Zeit nicht mehr so isoliert an Themen wie vielleicht vor zwanzig Jahren. Es wird immer deutlicher, dass alle Bereiche des menschlichen Zusammenlebens, ob das jetzt im Sozialen ist oder in anderen Bereichen, einfach hängt zusammenhängen. Und in so einem Land wie Afghanistan geht es wirklich darum, dass sich alle Bereiche der Gesellschaft entwickeln können, um zu einem inneren Frieden in dem Lande zu kommen. Anders kann ich mir das nicht vorstellen. Jürgen Mickley (Medienforum Duisburg): Die Globus Gesamtschule haben wir jetzt nicht mit hier am Tisch sitzen. Trotzdem würde ich ganz gern von Angela Wermke noch einmal hören, gibt es an der Globus Gesamtschule den Schulleiter oder Lehrerinnen und Lehrer, die an diesem Thema auch mit ihrem Herzen dran hängen, oder haben sie nur gesagt, na ja, bei uns könntet ihr ja einen Raum nehmen und das machen. Angela Wermke (Infostelle Dritte Welt, Duisburg): Auf jeden Fall hängen dort in der Schule einige Lehrerinnen und Lehrer mit dem Herzen an diesem Thema. Die Globus Gesamtschule ist ja auch Agenda-Schule und hat sich eben auf ihre Fahnen dieses Motto geschrieben, lokal handeln – global denken. Durch die Veranstaltung am Freitag – also durch diese Unterrichtsveranstaltung – will auch der Schulleiter Peter Beuensheuser persönlich führen. Jürgen Mickley (Medienforum Duisburg): Sie haben gesagt, Agenda-Schule. Das ist Ihnen klar, was das heißt, aber ich glaube, den Hörerinnen und Hörern nicht. Wir müssen noch ganz kurz sagen, Agenda – Agenda-Schule ... was ist das denn? Angela Wermke (Infostelle Dritte Welt, Duisburg): Die Agenda 21 wurde während der ersten UN-Konferenz in Rio de Janeiro vor zehn Jahren beschlossen und zeigt praktisch Handlungsschritte für ein besseres Zusammenleben im 21. Jahrhundert auf. Jürgen Mickley (Medienforum Duisburg): Ein besseres Zusammenleben zwischen Industrienationen einerseits und den Dritte-Welt-Ländern andererseits. ... Ein alter Konflikt, der von Willi Brandt schon irgendwann vor zig Jahren aufgeblättert wurde. Er sagte, wir haben nicht nur den Ost-West-Konflikt, das ist jetzt eigentlich gar nicht das Spannungsfeld, aber das Nord-Süd-Gefälle. Das beherrscht die ganze Welt. Also eine Agenda-Schule ist eine Schule, die sich besonders dieses Themas annimmt und sagt, da wollen wir auch mit unseren Schülerinnen und Schülern und den Eltern sehr viel Aufmerksamkeit darauf richten. ... Mich würde noch interessieren, Angela Wermke, am Donnerstagabend ist es soweit. Um 18 Uhr die Referentin, die Afghanin Sahar Saba in Duisburg in der Globus Gesamtschule wird referieren über die Frauenrechte in Afghanistan. Was erwarten Sie von dieser Veranstaltung? Angela Wermke (Infostelle Dritte Welt, Duisburg): Ich erwarte von der Veranstaltung zunächst einmal diesen authentischen Bericht einer Frau, die wirklich in Afghanistan aufgewachsen ist, die Situation in den Flüchtlingslagern in Pakistan kennt. Jürgen Mickley (Medienforum Duisburg): Inge Holzinger, Sie freuen sich auf diese Veranstaltung? – auf das Thema kann man sich eigentlich nicht freuen, aber auf die Informationen? Inge Holzinger (Friedensforum Duisburg): Ja, ich halte es für sehr wertvoll, ich bin sehr neugierig und bin der Meinung, dass die meisten Menschen, die dorthin kommen, auch neugierig sind; dass das der Hauptgrund ist, dass sie wissen wollen, wie sieht es nun in diesem Lande wirklich aus, und dass sie dann bereichert nach Hause gehen, dass sie ihr Wissen erweitert haben und dementsprechend dann auch handeln können. Jürgen Mickley (Medienforum Duisburg): Eine ganz wichtige Sache. Man denkt – es ist eine Informationsveranstaltung, aber relativ einmalig. Wir haben gehört, es ist eine Informationsrundreise, aber Informationen aus erster Hand zu bekommen ist ein einmaliges Angebot. Angela Wermke, die Referentin spricht gut deutsch oder wird es übersetzt? Angela Wermke (Infostelle Dritte Welt, Duisburg): Die Referentin spricht gut Englisch – es wird also übersetzt von Mona Manson, auch vom Friedensforum Duisburg. Jürgen Mickley (Medienforum Duisburg): Und wenn jemand Fragen stellen möchte an die Referentin – kann er oder sie es dann in Deutsch tun und es wird übersetzt für die Referentin und umgekehrt, die Antwort der Referentin wird dann auch wieder ins Deutsche übersetzt. Ich wollte das nur so mal erwähnen, damit das kein Hinderungsgrund ist. ... Der Sturz des Taliban-Regimes in Afghanistan im November 2001 bot der internationalen Gemeinschaft eine beispiellose Chance, in einem ständigen Unruheherd Frieden und Sicherheit wieder herzustellen. Zehn Monate später hat sie allem Anschein nach versagt – sie, die internationale Gemeinschaft: Frieden und Sicherheit sind in Afghanistan nicht hergestellt. Umso wichtiger ist es, sich in diesen Zeiten möglichst aus erster Hand zu informieren über die Verhältnisse in Afghanistan. Das können Sie, liebe Hörerinnen und Hörer, tun am kommenden Donnerstag um 18 Uhr in der Globus Gesamtschule am Dellplatz, das ist auf der Gottfried-Köntzgen-Straße 3. – Eine Informationsveranstaltung zu dem Thema „Wir könnten das Licht sein für Afghanistan“ – eine Veranstaltung über die Frauenrechte in Afghanistan. Hier im Studio freue ich mich immer noch zu haben: Inge Holzinger vom Friedensforum Duisburg und Angela Wermke von der Infostelle Dritte Welt. ...
Inge Holzinger vom Friedensforum Duisburg, an Sie an dieser Stelle die Frage: Duisburg und Afghanistan – also es ist ja sehr weit weg. Was haben wir damit zu tun, was können wir tun, um den immer noch verheerenden Verhältnissen in Afghanistan zu einer besseren Zukunft zu verhelfen? Inge Holzinger (Friedensforum Duisburg): Man kann eine ganze Menge tun. Wir sind es ja in letzter Zeit schon gewöhnt, wenn irgendwo etwas nicht richtig klappt, wenn irgendwo etwas schief läuft, oder wenn irgendwo Kriege vom Zaun gebrochen werden, dann kann die Zivilbevölkerung hinterher Spenden sammeln und das Geld dann dahin schicken. Bloß oft weiß man ja nicht, was dann aus diesen Spenden in Wirklichkeit wird.
Hier in Duisburg sind wir aber in der glücklichen Lage, dass es einen Verein gibt, in dem Leute aus Afghanistan tätig sind, die auch vorhaben, später wieder nach Afghanistan zurück zu gehen. Dieser Verein heißt „Bildung für Afghanistan“. Die Adresse kann auch bei der Infostelle Dritte Welt erfragt werden. [Tel.: 0203/3632112 / e-mail: drittewel@aol.com]. Und dieser Verein hat sich eine kleine Aufgabe vorgenommen, aber dafür eine ganz konkrete, nämlich eine Schule in Afghanistan wieder aufzubauen und zu unterstützen mit Lernmaterial. Also das ist so eine Sache, die man machen kann. Und darüber hinaus, denke ich, kann man mithelfen, indem man Informationen verbreitet, indem man andere Menschen gewinnt mitzuarbeiten. Und es sind ja verschiedene Kreise in Duisburg daran interessiert – das sehen wir einmal an diesem Veranstalterkreis, der aus vier verschiedenen Gruppen besteht, da kann man sich daran auch beteiligen, dort mitarbeiten, damit doch in Afghanistan die Dinge eine bessere Entwicklung nehmen. Jürgen Mickley (Medienforum Duisburg): Also nicht nur in der Tagesschau verfolgen, was für Menschenrechtsverletzungen dort begangen werden und den Kopf schütteln und sagen, meine Güte, die armen Menschen, sondern wir können durchaus es natürlich zum einen zur Kenntnis nehmen, damit es nicht in der Unwissenheit verschütt geht. Und andererseits können wir tatsächlich darüber hinaus auch was tun und praktisch helfen, bis hin zu Spenden, damit es in der Schule wieder ordentlich zugehen kann und die Schule aufgebaut werden kann und ordentlich finanziert wird – das Projekt, das Sie erwähnten. ... An dieser Stelle bleibt mir nur zu sagen, ich danke Ihnen, dass Sie hier im Studio waren und uns ein bisschen informiert haben, ein bisschen eingestimmt haben auf das Thema Frauenrechte in Afghanistan. ... |
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