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16. März 2003

Von der anderen Front: Israel/Palästina

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Israelische Armee tötet US-Friedensaktivistin
Schmiedet Scharon dunkle Pläne?

(von Hanna Ackermann, Webmaster)

Eine AFP-Meldung macht gerade eine Runde um die Welt, auch Gush Shalom informierte schon darüber: Die US-Friedensaktivistin Rachel Corey wurde von einem IDF-Bulldozer getötet, als sie versucht hat, ihn aufzuhalten, um die Zerstörung eines Hauses im südlichen Gaza-Streifen zu verhindern.

"Sie trug eine leuchtende farbige Jacke, als der Bulldozer sie traf", sagte ein Augenzeuge einem New-York-Times-Reporter. Was alle gedacht haben: Wenn dies kein Unfall war, sondern Absicht, wie die Beschreibung des Vorfalls vermuten lässt, was kommt als Nächstes? - fragt Gush Shalom in der Rundmail von 00:38 Uhr. "Wenn das KEIN Unfall war, sondern ein Versuch der Einschüchterung und Vertreibung der internationalen Beobachter, ist es ein Anzeichen dafür, dass die Armee dunkle Pläne schmiedet".

Der Vorfall passt als Mosaiksteinchen zum Gesamtbild: Wir haben inzwischen zahlreiche Hinweise dafür, dass Scharon im Schatten des Irak-Kriegs das "Palästinenser-Problem" lösen will. Die Internationalen stören dabei. Weil Schikanen wie Verhaftungen, kleinere Misshandlungen, Deportationen (siehe Berichte von Gush Shalom) usw. nicht ausreichen, um die Internationalen von ihren Aktionen abzuhalten, will man offensichtlich zu härteren Mitteln greifen, um die Leute vor den entscheidenden Aktionen zum Aufgeben zu bewegen. Viele ausländische Opfer kann sich Scharon ja nicht leisten. Die Sache muss möglichst "chirurgisch sauber" ablaufen.

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AFP-Meldung:

Sonntag 16. März 2003, 17:48 Uhr
US-Pazifistin in Rafah von israelischem Bulldozer überrollt

(AFP) Eine US-Friedensaktivistin ist im Gazastreifen von einem israelischen Bulldozer überrollt und getötet worden. Die 23-Jährige starb, als die Schubraupe am Sonntag in Rafah im Süden des Gazastreifens über sie hinwegfuhr, wie der behandelnde Arzt mitteilte. Ein US-Pazifist berichtete, die junge Frau habe sich dem Bulldozer in den Weg gesetzt, um den Abriss palästinensischer Häuser zu verhindern. Die Bulldozer-Besatzung habe die Aktivistin gesehen und dennoch überrollt. "Er wusste hundertprozentig, dass sie da war", sagte der 20-Jährige.

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Gush-Shalom-Nachricht (Israeli Peace Bloc) vom 16. März, 19:57 Uhr

Amerikanische Friedensaktivistin im Gaza-Streifen durch einen Bulldozer getötet

Eine amerikanische Frau wurde am Sonntag getötet von einem IDF-Bulldozer, der sie überfahren hat während der Häuserzerstörung im Lager bei Rafah im südlichen Gaza-Streifen. Ein anderer Aktivist wurde verwundet während des Vorfalls.

Rachel Cory, 23, aus Olympia, Washington, wurde getötet, als sie vor den Bulldozer lief, um die Zerstörung eines Hauses zu verhindern, sagte ein Arzt in Gaza. "Corey wurde getötet in der Nachbarschaft von a.Salam, als ein israelischer Bulldozer sie mit Sand zudeckte, als sie vor dem Bulldozer stand", sagte Dr. Ali Musa, Arzt im al-Najal-Krankenhaus im südlichen Gaza-Streifen.

Greg Schnabel, 28, aus Chicago, sagte, die Protestierer waren im Haus von Dr. Samir Masri. "Rachel war allein vor dem Haus, als wir versuchten, sie zu stoppen", sagte er. "Sie winkte, um den Bulldozer aufzuhalten, und winkte. Sie fiel um, und der Bulldozer fuhr weiter. Wir brüllten "anhalten, anhalten", aber der Bulldozer hielt überhaupt nicht an. Er fuhr vollständig über sie her und dann setzte er zurück und fuhr noch einmal über sie."

Seit dem Beginn der Intifada setzen sich internationale Gruppen von Protestierern an unterschiedlichen Orten als "menschliche Schilde" ein und versuchen, die IDF-Aktionen zu stoppen. Corey ist das erste Mitglied der Gruppe "International Solidarity Movement", das in diesem Konflikt getötet wurde. Schnabel sagte, Corey war Studentin auf dem Evergreen College, das sie dieses Jahr absolviert hat. Es waren mehrere Protestierer in der Nähe, vier aus den USA und vier aus Großbritannien. "Wir bleiben bei den Familien, deren Häuser zerstört werden sollen", sagte er der Associated Press am Telefon nach dem Vorfall.

Rachel war erfüllt von Liebe und einem Pflichtgefühl für ihre Mitmenschen, wo immer sie auch lebten. Und, sie hat ihr Leben gegeben um diejenigen zu schützen, die sich nicht selber schützen können.

Heidi Niggemann, ISM, Berlin:

 

 

 

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