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Redebeitrag von Mona Manson in Krefeld zur Kundgebung am 7.2.2003

Wir US–Amerikaner können und dürfen unsere Politiker nicht weiter so blind agieren lassen!

Mona Manson (Friedensforum Duisburg)

Guten Abend, Friedensfreunde aus vielen Ländern,

Ich spreche zu Ihnen heute als US-Amerikanerin, obwohl ich eigentlich der Meinung bin, daß wir uns nicht nach Staatsangehörigkeit urteilen sollen ...

Ich bin, zusammen mit sehr vielen meiner Landsleuten, entsetzt über die Politik der Regierung unter George W. Bush. Ich brauche Ihnen ja keine Einzelheiten hier zu nennen, die kann man täglich aus den Nachrichten holen.

Wir US-Amerikaner sind, unter anderem, betroffen und entsetzt über das, was ich eine schwere Erkrankung unserer Demokratie nennen möchte. Das fängt an mit der wachsenden Apathie und Hoffnungslosigkeit von Abermillionen US-Bürgern. Diese Menschen können keine wirkliche Auswahl zwischen Kandidaten und Parteien erkennen, weil sie – die großen Parteien – vor allem „Business as usual“ wollen.

Das Ergebnis:  Bei der Wahl zum Präsidenten im Jahr 2000 haben nur rund 50% der Wahlberechtigten teilgenommen – was heißt, daß Bush von nur ¼ der Wähler tatsächlich gewählt wurde.
Bei der Wahl für den Kongress im Herbst 2002 waren es dann auch nur noch rund 38% der Wähler, die zu den Urnen gingen.

Der 11. September hat bewirkt, daß fast alle Politiker und Politikerinnen in Washington sich in ein einziges Boot begeben haben. Das Boot ist sozusagen

– mit unzähligen Nationalfahnen geschmückt
– mit dem neuesten Überwachungsschnickschnack bestückt
– und inzwischen mit allen erdenklichen Waffen ausgerüstet.

Kapitän Bush drängt darauf, mit voller Kanone gegen den Irak loszuziehen. Die „Mannschaft“ hat schon vor Monaten vollen Gehorsam zugesichert. Bush will den Irak mit oder notfalls ohne UNO – Zustimmung angreifen. Und dies bedeutet nichts anderes als Mord an Unzähligen und die Anheizung der Gewaltspirale.

Wir US–Amerikaner können und dürfen unsere Politiker nicht weiter so blind agieren lassen!

Die gute Nachricht ist, daß die Friedensbewegung in den USA sehr schnell an Kraft und Masse zunimmt. Noam Chomsky berichtet, daß sie heute schon so stark ist wie während des Vietnamkrieges erst nachdem jahrelang schon bombardiert und zerstört wurde.

Wir US-Amis sind eher pragmatische Typen, nicht so akademisch veranlagt. Und so werden in den USA immer lauter und deutlicher einfache Fragen gestellt und auch beantwortet:

1. Was hat der Irak uns schon angetan?  Nichts!

2. Welche Verbindung gibt es zwischen dem Irak und Al Quaida? Keine!

3. Können wir uns auf die Arbeit unserer Geheimdienste verlassen? Nachdem sie die Entwicklung, die zum Terrorangriff vom 11.9. (geführt hat, Anm. d. Red.) vermasselt haben: Nein!

Außerdem wird schlicht und einfach betont: es muß einen besseren Weg geben als der Krieg, um mit dieser Sache fertig zu werden, auch wenn die Vorwürfe gegen die irakische Regierung zutreffen!

Noam Chomsky merkt dazu an: „Wenn wir im Westen die Gewalt beenden wollen, dann müssen wir nur aufhören, dabei mitzumischen“ – also keine weitere Aufrüstung für Talibani, Schahs, Saddam Husseins – BASTA.

Zum Schluß noch ein Punkt:

Eine Freundin hat mich heute auf folgendes aufmerksam gemacht:

Die Regierung unter Bush dürfte sich nicht so wundern, daß die Deutschen bei einem Krieg gegen den Irak nicht mitziehen. Es waren schließlich die US-Amerikaner mit den anderen Alliierten, die vor fast 60 Jahren den Deutschen die Lektion erteilten, nie wieder einen Angriffskrieg zu führen!

 

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