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Kein Krieg - im Irak und anderswo!
Völkerrecht statt Bomben!

20. März 2003: TAG X in Duisburg
Kundgebung vor dem Lebensretter-Brunnen, DU-Innenstadt

zum Beginn des 3. Golfkriegs

->> Übersicht aller Beiträge

Eberhard Przyrembel, Pax Christi, Friedensforum Duisburg
Es gilt das gesprochene Wort

Die Blutspur der CIA von Chile bis Iran

Wer mich kennt, weiß, dass ich für Pax Christi spreche, als Mitglied in dieser Friedensbewegung in der katholischen Kirche.

Vergangene Nacht habe ich schlecht geschlafen. Ich bin erst nach 1 Uhr ins Bett gekommen und dann fast alle Stunden wieder aufgewacht: Beim Blick aus dem Fenster kein klarer Himmel wie in den Nächten zuvor. Weder Mond noch Sterne zu sehen. Heute früh dann ein trüber Morgen. Am 20. März ein trauriger Tagesbeginn: Statt World-Music die wiederholte Meldung, dass Bush den Krieg gegen Irak begonnen hat, und Korrespondenzberichte aus aller Welt.

Ich habe mit allem gerechnet, aber ich hatte doch gehofft, dass dieser Bruch des Völkerrechts unterbleibt. Denn buchstäblich alle Welt hatte in nie da gewesener Übereinstimmung für eine Konfliktlösung ohne Krieg im Irak demonstriert.

Die sogenannte US-Administration dagegen - denn Herr Bush ist nicht durch demokratische Wahl, sondern durch ein seltsames Gerichtsurteil ins Präsidentenamt gekommen - also ... hatte eine beispiellose Kampagne mit Falschinformationen und Bestechungsdiplomatie betrieben, um den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen vor ihren Kriegskarren zu spannen: vergeblich! Was auch immer an Gründen für einen Angriffskrieg ins Feld geführt wurde, die zusammengesuchten Einzelheiten zerbröselten durch die exakte Arbeit der UN-Waffeninspektoren. Am Ende jetzt dieses "Ich will Krieg", mit Floskeln dekoriert.

Nachdem die USA im letzten Jahrhundert fast jeden Diktator - ausgenommen Hitler - unterstützt haben - und Saddam Hussein haben die USA persönlich aufgebaut, ausgerechnet durch denselben Rumsfeld, der jetzt als Kriegsminister dieses politische Ziehkind bekämpft - wollen sie plötzlich den gequälten Menschen im Irak Freiheit und Demokratie bringen. Was haben die USA in Somalia angerichtet? In Afghanistan? Warum versuchen sie es nicht in Simbabwe? In Sierra Leone? In Turkmenistan? In Tschetschenien? In Pakistan?

Wenn irgendwo, dann gilt hier der alte Spruch von Mahatma Gandhi: Der Weg ist das Ziel. Wer Frieden will muss friedliche Mittel einsetzen. Die Blutspur der CIA von Chile bis Iran bestätigt weltweit die Vergeblichkeit der unredlichen Mittel und Mafiamethoden, auf diese Weise den amerikanischen Traum von Freiheit und Demokratie zu exportieren.

Die Katholische Kirche war in ihrer 2000jährigen Geschichte nicht gerade ein Vorbild für Menschenrechte und Demokratie, aber in jüngster Zeit immerhin lernfähig. Die USA-Bischöfe haben vor knapp 20 Jahren nach landesweiter öffentlicher Diskussion einen Hirtenbrief zur Ächtung der Atomwaffen veröffentlicht. In Osttimor haben die Katholiken das Überleben eines Volkes organisiert und vor dem rassistischen Imperialismus der indonesischen Regierung gerettet. Der jetzige Papst, so altersschwach er ist, hat mit Energie und Eindeutigkeit wie keiner seiner Vorgänger den Krieg als politisches Mittel verurteilt, gerade im Konfliktfall Irak.

Ich denke, dieser völkerrechtswidrige Krieg beweist einmal mehr, dass der Stärkere sich durchsetzen kann. Aber Recht, Freiheit und Demokratie wachsen so nicht.

Ich hoffe, dass die übrige Welt und die Entwicklung der nächsten Zeit die sogenannte Administration zur Besinnung bringt und eben nach der nächsten Präsidentenwahl abtritt.

 
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