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| Friedensforum
Duisburg:
Joachim Glund, "Europäische Märsche gegen Arbeitslosigkeit, ungeschützte Beschäftigung und Ausgrenzung" Ansprache zur Protestkundgebung am Samstag, Es gilt das gesprochene Wort Für eine Globalisierung von Frieden, sozialer Gerechtigkeit und Völkerverständigung! Mit Gedanken und dem Herzen bin ich jetzt bei den irakischen Menschen, über die, nachdem sie zehn Jahre durch ein Embargo ausgehungert und gequält worden sind, die einmalig gewaltige Militärmaschine des US-Imperiums und seiner Vasallen mit einer fadenscheinigen Begründung völkerrechtswidrig hinwegrollt und Leid und Tod bringt. Die USA haben das „Recht der Stärke“ ausdrücklich zur „modernen“ Handlungsmaxime gemacht. Das „Recht der Stärke“ ist ein Prinzip – ; seine Umsetzungsmethode ist Gewalt. „Kein Blut für Öl!“ steht auf vielen Transparenten: Ich denke, daß viele Menschen instinktiv erfassen, daß es bei diesem Krieg nicht um die Beglückung der Iraker mit „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ geht. Vielmehr sollen geostrategische, wirtschaftliche Vorteile im globalen Wettbewerb – oder klarer: Konkurrenz – der Marktwirtschaften errungen werden. Mitbewerber sollen ausgeschaltet, Ressourcen und Märkte gesichert werden. Das ist ein Wesensmerkmal von Marktwirtschaft. Aber so, wie äußere Feindbilder konstruiert werden, um Menschen für gewaltsame Marktregulierungen – also: Kriege – bereit zu machen, werden auch im Inneren „Feinde“ entlarvt, die dem marktwirtschaftlichen Streben, profitabel zu sein, entgegenstehen: wahlweise Erwerbslose, Alte, Kranke, Sozialhilfebeziehende. Sie sind Kostenfaktoren, fast hätte ich gesagt: unnütze Esser, an denen rabiate Sparmaßnahmen exekutiert werden. Überhaupt sollten sich alle abhängig Beschäftigten ein bißchen bescheiden. Wir alle sind eben die Schwächeren, die die Zeche zahlen sollen. Die ach so segensreiche Marktwirtschaft entpuppt sich, gerade in Zeiten nachhaltiger wirtschaftlicher Krisen, als Medaille mit zwei Seiten: Wie Verhältnisse nach außen per Krieg geregelt werden, wird nach innen der Lebenstandard der abhängig Beschäftigten und ihrer Familien, von Erwerbslosen, Alten und Kranken – also: unser aller Lebensstandard – ausgehöhlt. So wie die USA mit der UNO umgesprungen sind, erleben es jetzt und hier die Gewerkschaften, die Vertretungen der Beschäftigten: „Fügt euch willig, oder wir drücken euch an den Rand!“ Schon längst sprechen auch bürgerliche Ökonomen vom Turbokapitalismus. Eine Erkenntnis, die die Menschen schon vor mehr als einhundert Jahren hatten; eine Erkenntnis, die zu erinnern hilfreich ist: Wer vom Krieg spricht, muß über den Kapitalismus sprechen.
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