Günter Schenk, Beinheim, 31. Jan. 2004
'Der Gefangenentausch von Köln fand trotz des gestrigen
Mordes der Israelischen Armee an 13 Palästinensern in Gaza und angesichts
fortgesetzter Tötungsaktionen der Armee statt'
Kölner Gefangenentausch - Berichterstattung
Offener Brief
Brief an die Redaktion.
Sehr geehrte Damen und Herren,
alle Agenturen, sämtliche Medien, Rundfunk- und Fernsehanstalten,
Tageszeitungen meldeten anlässlich des Gefangenentausches von Köln:
"Israel ließ trotz des gestrigen mörderischen Selbstmordanschlages von
Jerusalem Gefangene frei"
So, oder ähnlich konnte man das allenthalben lesen und hören.
Wer aber sagte, schrieb: 'Der Gefangenentausch von Köln fand trotz des
gestrigen Mordes der Israelischen Armee an 13 Palästinensern in Gaza und
angesichts fortgesetzter Tötungsaktionen der Armee statt' ?
Wir alle haben uns offensichtlich daran gewöhnt: Tausende getötete Palästinenser,
was ist das schon ?
Damit klar ist: Opfer von Terroraktionen, seien es die individuellen
Terrors aus tiefster Verzweiflung, seien es die Opfer von Staatsterror,
gegeneinander aufzurechnen ist menschenverachtend und unzulässig. Menschen sind
nicht als Opfer geboren ! Dies kann nicht ihre Bestimmung sein.
Aller Menschen !
Aber: wenn ein Staat (in diesem Falle der mit der Bundesrepublik befreundete
Staat Israel) täglich Menschen gezielt ermordet, dabei Kinder, Alte, Kranke
nicht ausnimmt, jeden Tag mit seiner unbarmherzigen Macht zahlreichen Familien
die Existenzgrundlage, die Behausung, einem ganzen Volk Ehre, der
Menschenwürde raubt oder verweigert, so ist es erstaunlich, wenn
verantwortliche Medien, wie geschehen im Falle des "Kölner
Gefangenentauschs", fokusieren auf vereinzelten Terror anstelle des
wesentlich folgenschwereren Staatsterror, ausgehend vom mächtigen Freund, der
Atommacht Israel.
Ich fordere darum Sie auf, im Interesse von Gerechtigkeit und Friedenswillen den
allmächtigen Staatsterror beim Namen zu nennen. Einen Terror, der auf beiden
Seiten zu schrecklichen Opfern Unschuldiger, Israelis, Palästinenser,
Friedensaktivisten (ISM) führt. Trotz dieses politisch geplanten Terrors, so hätten
die Meldungen im Falle der Kölner Befreiungsaktion lauten müssen, fand die
Aktion in Köln statt.
Damit wird Ihr Medium, werden Funk- und Printmedien insgesamt, glaubhafter !
Auch werden dadurch die Akteure des Terrors ihrer Waffe, des
Medienmissbrauchs, beraubt. Ihrer Hörer, Zuschauer, Leser haben eine wahrhafte
Berichterstattung verdient !
Mit freundlichem Gruß
Günter Schenk
Beinheim
Frankreich