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Dies ist eine besondere Schande vor dem Hintergrund der leidvollen Geschichte der polnischen Nation. Kwasniewski und Co. machen sich zu Lakaien und Speichelleckern Washingtons.
Redebeitrag während der Demonstration in Duisburg, Averdunk-Zentrum
Friedensforum Duisburg
Es gilt das gesprochene Wort
Liebe
Freundinnen und Freunde, ein
trauriger Anlass führt uns mal wieder zusammen – der erste Jahrestag des Überfalls
auf den Irak. Es dürfte
der letzte begriffen haben: Es waren alles vorgeschobene Gründe, es waren Lügen,
Lügen, Lügen. Die wahren Gründe für den Krieg und die andauernde Besatzung dürften
jetzt jedem einleuchten: es sind rein wirtschaftliche Interessen des
internationalen Großkapitals. Die
Plünderung begann sofort: Kulturschätze, Jahrtausende alte Zeugnisse der
Kulturgeschichte der Menschheit, wurden barbarisch zerstört oder aus dem Land
geraubt. Der
Ausverkauf irakischer Wirtschaft dauert an. Auch Deutschland und Frankreich bemühen
sich tüchtig darum, einen Anteil an diesem Kuchen zu ergattern. Demnächst
sollen Bundeswehrsoldaten die Fremdherrschaft im Irak verstärken. Was
bedeutet diese Okkupation für die irakische Bevölkerung? Nach zwölf Jahren mörderischen
Embargos – unter der Hoheit der UNO übrigens – geht es den Menschen im
sogenannt „befreiten“ Irak gar nicht besser – im Gegenteil: das Überleben
ist noch schwieriger geworden. Im
Bombenhagel des Überfalls starben Zehntausende irakische Soldaten und
Zivilisten – heute sterben die Menschen infolge der unerträglichen
Lebensbedingungen. Die Sterblichkeitsrate der Kinder, die schon unter dem
Embargo extrem hoch war, hat sich unter der Besatzung verdoppelt! 50.000
irakische Bürger bleiben in Haft hinter Stacheldrahtzäunen, mehr als 2000
irakische Frauen wurden durch US-amerikanische, britische, italienische und
polnische Besatzungssoldaten vergewaltigt. Und
hier einige ganz persönliche Worte: Diejenigen, die mich schon früher gehört
oder meine Beiträge gelesen haben, wissen, dass ich Polin bin. Polen musste in
seiner Geschichte 150 Jahre Fremdherrschaft erdulden – und zuletzt über fünf
Jahre dauernde grausame hitlerdeutsche Besatzung – und
immer Widerstand geleistet! Das Gedenken an die Millionen Opfer ist immer
noch sehr lebendig. Und
ich kann es nicht fassen, dass die Regierung Kwasniewski unter Missachtung des
in Polen tief verwurzelten Wunsches nach nationaler Freiheit und
Selbstbestimmung und unter Missachtung des Völkerrechts die Republik Polen zum
Besatzer und Unterdrücker anderer Völker macht! Dies
ist eine besondere Schande vor dem Hintergrund der leidvollen Geschichte der
polnischen Nation. Kwasniewski und Co. machen sich zu Lakaien und
Speichelleckern Washingtons. Aber
diese Entscheidung wurde gegen den Willen der polnischen Bevölkerung getroffen:
Etwa 80 Prozent der Polen waren von
Anfang an gegen den Angriff auf Irak und gegen polnische Beteiligung daran. Ähnlich
wie in Deutschland gegen Bundeskanzler Schröder wurden in Polen Polnische
Bürgerinnen und Bürger protestierten am 20. März vor einem Jahr,
protestierten immer wieder im Lauf des vergangenen Jahres, wurden oft an Ort und
Stelle von Polizeikräften misshandelt oder anschließend strafrechtlich belangt
– und sie protestieren auch heute – in Warschau ab 13 Uhr. Heute,
am 20. März, protestieren Menschen in der ganzen Welt, in über 600 Städten
gegen die Militarisierung der Politik und die Durchsetzung wirtschaftlicher
Interessen mit militärischer Gewalt, gegen Unterdrückung und Besatzung im
Irak, in Palästina und anderswo. Unsere
Ziele sind sehr ähnlich: Wir fordern: Alle
Besatzungstruppen aus dem Irak sofort zurückziehen! Durch
Krieg und Embargo angerichtete Schäden wiedergutmachen! Den
Rückzug Israels aus den besetzten Gebieten in Palästina und den Abriss der
Apartheid-Mauer erzwingen! Demokratie
und friedliche Koexistenz statt Gewaltherrschaft und Eroberung! Wirtschaftsaufbau
statt Zerstörung! Kein
Sozialkahlschlag zugunsten der Rüstung!
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