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Von der anderen Front: Israel/Palästina

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->> Refuseniks (israelische Kriegsdienstverweigerer)

 

Soda-Club wird allein in der BRD in über 10.000 Kaufhäusern (Marktkauf, OBI...) und anderen Vertriebsstellen verkauft. Vertrieben wird Soda-Club in u.a. Österreich (>1600 Händler), Holland (>1600 Händler), Schweiz und England. Ich fürchte, auch bei vielen Palästina-Freunden steht bereits so ein Gerät.

AK Palästina Tübingen

ak-palaestina-tuebingen(et)gmx.de

 

Wichtige neue Info zu Warenimporten aus den völkerrechtswidrigen

Siedlungen in die EU:

 

Die Firma Soda-Club (Trinkwasser-Sprudler + Saftkonzentrate) scheint

einer der größten Siedlungsexporteure in die EU zu sein.  Das

Sprudler-Gerät wird in der völkerrechtswidrigen und größten Siedlung

Ma`aleh Adumin östlich von Jerusalem in der Westbank hergestellt. Die

Saftkonzentrate sollen angeblich seit kurzem wegen Zollproblemen im

Rahmen des Assoziierungsabkommens in der im Sommer 2003 neu gebauten

Fabrik in Ashkelon (israelisches Staatsgebiet) produziert werden. Eine

telefonische Anfrage in Ashkelon zwecks Besichtigung der Fabrikation

ergab die Auskunft, dass man sich nach Maale Adumin begeben möge. Auf

jeden Fall hat der Schweizer Vertreiber gegenüber den Schweizer

Zollbehörden angegeben, dass nur die Geräte in Maale Adumin hergestellt

würden (in der Schweiz als Nicht-EU-Mitglied gelten andere Regelungen,

die Zollbegünstigung betrifft vor allem für die Fruchtsaftkonzentrate),

die Konzentrate aber in Ashkelon. Unter das

EU-Israel-Assoziierungsabkommen fallen sowohl Geräte als auch Konzentrate.

 

Soda-Club wird allein in der BRD in über 10.000 Kaufhäusern (Marktkauf,

OBI...) und anderen Vertriebsstellen verkauft. Vertrieben wird Soda-Club

in u.a. Österreich (>1600 Händler), Holland (>1600 Händler), Schweiz und

England. Ich fürchte, auch bei vielen Palästina-Freunden steht bereits

so ein Gerät. Bitte verbreitet die Nachricht und stellt sie, wenn

möglich, in Eure Internet-Seiten. Vielleicht hat die/der eine oder

andere auch einen guten Draht zur Presse.

 

Am 15. Dezember trifft sich der Assoziationsrat, ein EU-Israel-Gremium,

das die Einhaltung des Assziierungsabkommens überprüft. Trotz

permanenten Vertragsverstoßes drohen weitere Handelvergünstigungen für

Israel. Näheres dazu in dem beigefügten Schreiben an Joschka Fischer

u.a., das wir jetzt zusammen mit weiteren 1.681 Unterschriften

(insgesamt 14.350 Unterschriften) geschickt haben  

Grüße

Ingrid Rumpf

 

* * *

Herrn
Außenminister Joseph Fischer 
Auswärtiges Amt
11013 Berlin

 Betr.:  Fortlaufende Verletzung des EU-Israel-Assoziierungsabkommens,

            siehe auch vorangegangene Schreiben (10.01.03, 11.07.03,

09.02.04)

            Deutsche Truppentransportpanzer aus den USA und U-Boote aus der

            Bundesrepublik an Israel,

            Zusendung weiterer 1.681 Unterschriften (insgesamt 14.350

Unterschriften)

  

Sehr geehrter Herr Außenminister Fischer,

 

angesichts der bevorstehenden jährlichen Treffen der für die Verstöße im

Rahmen des EU-Israel-Assoziierungsabkommens zuständigen Gremien sehen

wir uns erneut gezwungen, die unveränderte Praxis der zollbegünstigten

Einfuhr von Waren aus den völkerrechtswidrigen israelischen Siedlungen

in den besetzten Gebieten in die EU scharf zu kritisieren. In höchstem

Maße bedenklich ist es, dass mit Hilfe einer "technischen Vereinbarung"

jetzt das Problem scheinbar gelöst werden soll, indem die israelischen

Exporteure auf Ihren Exportpapieren nur einen einzigen (von in der

Praxis oft zahlreichen) Herstellungsorten angeben müssen. Damit sollen

die im Assoziationsabkommen festgelegten strengen Regeln umgangen

werden, welche sich nach dem Ort der für den Warenursprung wesentlichen

Bearbeitung richten. Der Vorschlag erleichtert den Zollbehörden

scheinbar ihre Arbeit, wird aber an der Tatsache der zollbegünstigten

Einfuhr von Waren aus den illegalen Siedlungen in den besetzten Gebieten

nichts ändern. Mit Hilfe dieser Scheinlösung soll Israel dann auch in

den Genuss der Aufnahme in das Europaweite System des kumulativen

Warenursprungs kommen, wodurch dem Staat Israel weitere

Zollbegünstigungen zuteil würden. Darüber hinaus wird das Label "Made in

Israel" beibehalten, wodurch der Verbraucher weiterhin getäuscht wird.

Wir gehen davon aus, dass sich die Bundesregierung dieser Scheinlösung

verweigert und die im Assoziationsabkommen vorgesehenen Sanktionen

verhängt, solange Israel sich weigert, dem Abkommen zu entsprechen.

Sollten allerdings die Vereinbarungen mit Israel darauf hinauslaufen,

die verdeckte zollbegünstigte Einfuhr von Waren aus den

völkerrechtswidrigen Siedlungen im Rahmen des Europaweiten Systems des

kumulativen Warenursprungs dauerhaft festzuschreiben, müssten

weitreichende öffentlichkeitswirksame Schritte unternommen werden, um

diesen wirklich unerträglichen Zustand publik zu machen.

 

Der Presse haben wir entnommen, dass die israelische Regierung den Kauf

von 103 Truppen-transportpanzern in den USA beabsichtigt. Die Panzer

werden in Lizenz des deutschen Rüstungskonzerns Krauss-Maffai von einer

amerikanischen Firma produziert. Vor einem Vertragsabschluss muss daher

noch die Zustimmung des Bundessicherheitsrats eingeholt werden. Wir

hätten von Ihnen gerne bestätigt, dass Ihre Regierung diesem

Rüstungsexport Ihren eigenen Rüstungsexportrichtlinien entsprechend

nicht zustimmen wird. Es ist keine frage, dass die israelische Armee

diese Waffen in ihrem erbarmungslosen Kampf gegen die Menschen in

Palästina und zur Aufrechterhaltung der jahrelangen Besatzung einsetzen

wird. Auch vor dem Hintergrund der Aufgabe der Roadmap durch die

israelische Seite wäre eine Zustimmung zu dem Waffenexport

unverantwortlich. Die von der Knesset beschlossene Auflösung der

Siedlungen im Gaza-Streifen kann in diesem Zusammenhang nicht als ein

Zeichen einer israelischen Friedensbereitschaft gewertet werden.

Angesichts der hochgradigen Spannungssituation in der gesamten Region

des Nahen Ostens ist jede weitere Waffenlieferung an welches Land auch

immer vollkommen unvertretbar, selbstverständlich auch die zur Zeit

diskutierte Lieferung von U-Booten an Israel.

 

Um unsere Forderungen zu unterstreichen, erhalten Sie als Anlage weitere

1.681 Unterschriften für unseren Aufruf "37 Jahre israelischer Besatzung

müssen ein Ende haben!"

 

Mit freundlichen Grüßen

Ingrid Rumpf

Für den AK Palästina Tübingen

 

Nachtrag:

Gravierendes Beispiel für den Zollbetrug durch die israelische Seite ist

die Firma Soda-Club GmbH. Sie listet beispielsweise allein im Umkreis

von Tübingen 66 Händler auf, die Soda-Club-Produkte verkaufen,

bundesweit sollen es über 10.000 sein. Die Firma verweist zwar in Ihrer

Internet-Seite auf die neue Produktionsstätte in Ashkelon (israelische

Staatsgebiet), hat aber gegenüber der Schweizer Oberzolldirektion in

Bern kürzlich erklärt, dass zwar die Saftkonzentrate in Israel, die

Geräte aber in der illegalen Siedlung Ma`aleh Adumin östlich von

Jerusalem hergestellt werden. Die telefonische Nachfrage bei der Firma

in Ashkelon mit der nicht näher präzisierten Bitte, die Soda-Club-Fabrik

besichtigen zu dürfen, hat ergeben, dass man sich in dem Fall nach

Ma`aleh Adumin begeben müsse. Hier scheint das Assoziationsabkommen auf

eine Weise hintergangen zu werden, die keinesfalls geduldet werden darf.

Laut Neue Zürcher Zeitung vom 14.11.04 beträgt der derzeitige Umfang der

Warenimporte

aus den völkerrechtswidrigen Siedlungen in die EU 200 Millionen Dollar

pro Jahr.

 

Verteiler:

Fraktionen und einzelne Abgeordnete des EU-Parlaments,

EU-Kommissionsmitglied Günther Verheugen,

Mitglieder des Bundessicherheitsrats: Kanzleramt, Chef des Kanzleramts,

BMZ, Wirtschaftsministerium, Verteidigungsministerium,

Finanzministerium, Innenministerium, Justiministerium,

Bundespräsidialamt,

Fraktionen und einzelne Abgeordnete des Deutschen Bundestages

 

-AK Palästina Tübingen
ak-palaestina-tuebingen(et)gmx.de


 

 

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