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Internationale
Pressemitteilung 25. Februar 2004
Während die Welt nach den Haag schaut und Selbstmordattentäter die einzigen Palästinenser sind, die Schlagzeilen machen, sind palästinensische Bauern - und mit ihnen israelische und internationale Friedensaktivisten - in gewaltfreien Wegen zur Bekämpfung der Mauer engagiert. Beit Surik und Budrus – Namen von Dörfern, von denen man bis vor Kurzem nichts gehört hatte. Das Folgende sind Berichte und Artikel aus den letzten Tagen ebenso wie ein früherer Hintergrundartikel. 1- Straßensperre
zum Verteidigungsministerium - und Übernachtung bei der Polizei 2- Dienstag
Report Beit Surik: Demonstranten unter Beschuss - 50 Bäume entwurzelt. 3- Der
Anblick der Armee und der Grenzpolizei war nicht zu ertragen 4- Huwaida
Arraf & Jessica Hanson während Protest gegen Mauer verhaftet 5- Ein
Artikel von Huwaida Arraf, der vor zwei Tagen veröffentlicht wurde 6- 'Der
friedliche Weg funktioniert am besten' - das Beispiel von Budrus Von Gideon Levy, Ha'aretz 11. Februar
7-
Gush Shalom Nachtrag: Bitte um Faxe, um das Schießen zu stoppen
(())(())(())(()) 1-
Straßensperre zum Verteidigungsministerium - und
Übernachtung bei der Polizei Es
begann alles um 8:00 Uhr am Montag, den 23 Februar, auf dem Parkplatz außerhalb
von Tel Avivs Habima Theater). In den Haag begann der Internationale
Gerichtshof. Die Palästinenser hatten Massenproteste in der ganzen West Bank
und im Gaza Streifen organisiert, wobei Israelis ausdrücklich eingeladen waren,
an den größeren Aktionen teilzunehmen. "Anarchisten gegen Zäune"
machten sich auf den Weg nach Dir-el-Rasun - einem Dorf von 8.500 Einwohnern nördlich
Tul Karm, mehr als die Hälfte seines Landes wurde auf der anderen Seite des
israelischen Zaunes belassen, der im vergangenen Jahr errichtet worden war; und
nur gut 10% der Dorfbewohnern wurden Genehmigungen erteilt,, den Zaun zu
durchqueren und ihre Ländereien zu bewirtschaften. Bei vorangegangenen Treffen
haben sich die Dorfbewohner wegen der israelischen Teilnahme begeistert gezeigt.
Jedoch, während der Busfahrer dastand und auf die Ankunft der Aktivisten
wartete, näherte sich ein Mann in Zivil und fragte ihn nach seinen Plänen aus
und was das Reiseziel des Busses sein sollte. Obwohl er unter Druck gesetzt
wurde, gab der Fahrer keine anderen Antworten außer "Ich bin bestellt
worden um irgendwo in den Norden zu fahren, meine Fahrgäste werden mir weitere
Einzelheiten unterwegs mitteilen." Der Fragende verlor die Geduld und zog
einen Polizeiausweis heraus. Er informierte den Fahrer, dass die Polizei dem Bus
folgen werden wo er auch immer hinfahren würde und "riet" ihm,
"Ihre Pläne aufzugeben und nach Hause zu fahren." Tatsächlich,
von dem Augenblick, in dem die Anarchisten den Bus bestiegen hatten und sich auf
den Weg machten, folgte ihnen eine Polizeischlange - zunächst der ursprüngliche
Detektiv in Zivil auf seinem Motorrad, später gefolgt von einer wachsenden Zahl
von Streifenwagen der Polizei. Der
Bus erreichte die Grüne Linie (vor-'67 Grenze) und fuhr auf die Route 5 - ein
größerer Ost-West Highway, der die West Bank zweiteilt und hauptsächlich von
Siedlern benutzt wird. Im Allgemeinen haben die Polizei und Armee Patrouillen
auf dieser Straße die Anweisung, jedes Auto mit palästinensischem Kennzeichen
zu stoppen und israelische weiterfahren zu lassen. Aber nicht bei diesem
besonderen Bus. Er wurde etwa 20 Kilometer innerhalb der West Bank angehalten
und es wurde ihm angeordnet, an der Seite zu warten während Siedlerfahrzeuge
weiterhin vorbeihuschten. Die Polizei nahm den Führerschein des Fahrers an sich
und verlangten außerdem die Schlüssel für den Bus. Als der Fahrer sich
weigerte, diese auszuhändigen wechselte die Polizei die Strategie "Kehren
Sie sofort zurück, Sie sind in einem militärischen Sperrgebiet". -
"Was ist mit diesen Siedlerfahrzeugen? Warum stoppen Sie sie?" - Das
geht Sie nichts an". Danach
beschloss die Gruppe, ihr Ziel auf einer anderen Straße zu erreichen, aber
nicht mit besserem Erfolg. In der Nähe von Qalqilya wurde der Bus wieder
gestoppt. Diesmal wurde dem Fahrer mitgeteilt, dass, sollte er noch ein einziges
Mal in den Territorien erwischt werden, seine Fahrerlaubnis für 30 Tage
weggenommen würde. Während man an der Straßensperre wartete und mit der
Polizei diskutierte, unterrichtete ein Anruf aus Dir-el-Rasun die Aktivisten,
dass die Dorfbewohner ihre Kundgebung bereits abgehalten hätten - um sofort
auseinander getrieben zu werden durch eine heftige Tränengasladung der Armee.
Da sie nicht den Tag frustriert beenden wollten, improvisierten die Anarchisten
einen neuen Plan: Ziel - das Verteidigungsministerium in Tel-Aviv. Die Polizei
wartete dort bereits ebenfalls, eine Phalanx, die das Näherkommen an das
Haupttor des Militärkomplexes blockierte. Aber die Anarchisten gingen ein
bisschen entlang der äußeren Mauer des Verteidigungsministeriums entlang,
wobei sie die Polizei zurück ließen, und dann setzten sie sich auf die Mitte
der Straße und blockierten dort den Verkehr und zeigten ihre T-Shirts mit den
Worten "Die Mauer - Ghetto 2004" vor dem Hintergrund von Stacheldraht.
Sie hatten sich noch keine fünf Minuten niedergesetzt als die Polizei
auftauchte und mit ein bisschen Aufwand einschritt. Nicht weniger als vierzehn
Aktivisten wurden getreten und geschlagen während sie zu den wartenden
Polizeiautos gezogen wurden, wobei sie die ganze Zeit riefen "Die Mauer
wird fallen! Die Mauer wird fallen!" Die Szene wurde von hastig
herbeigerufenen Pressefotografen eingefangen um am Tag darauf auf den Seiten von
to "Yediot Aharonot" und "Ha'aretz" zu erscheinen. Anders
als in den sonstigen Fällen lehnte es die Polizei ab, die Festgenommenen noch
an diesem Abend frei zu lassen und bestand darauf, dass sie die Nacht im Abu
Kabir Arrestzentrum verbringen sollten. Darüber hinaus wurden einige der
Festgenommenen beim Aussteigen an der Polizeistation in der Harakevet Straße
einer weiteren grundlosen Misshandlung durch Schläge unterzogen, wobei bei
einem von ihnen die Nase gebrochen wurde. Am
folgenden Morgen wollte die Polizei beim Gerichtstermin vor Richter Muki Lansman
vom Amtsgericht in Tel-Aviv ihre Freilassung abhängig machen von der Bedingung,
dass sie fünf Tage unter Hausarrest blieben und nichts unternähmen
"innerhalb der nächsten dreißig Tage in den Radius von einem Kilometer in
der Nähe des Verteidigungsministeriums zu kommen". Ein Einspruch von RA
Gabi Lasky erreichte das Fallenlassen des Hausarrestes und die Einschränkung
wurde reduziert auf das "10 Tage nicht in die Nähekommens zum Ministerium
von weniger als 200 Metern". Zu der Zeit, wo dies geschrieben wird, wird
eine offizielle Beschwerde wegen des Schlagens vorbereitet. Contact:
cat@squat.net [Das obige basiert auf dem Bericht, der von Dorothy Naor geschrieben wurde, und wurde ergänzt durch Informationen, die von den Anarchisten selbst gegeben worden sind.] 2-
Dienstag Report Beit Surik: Demonstranten unter Beschuss
- 50 Bäume entwurzelt. Pressemitteilung
Dienstag, 24. Februar 2004: 50 Olivenbäume bei Beit Surik entwurzelt,
Demonstranten unter Beschuss, fortgesetzter Widerstand 50 BÄUME VON IDF AM 2.TAG DER IGH-ANHÖRUNG ENTWURZELTHeute
haben die israelischen Behörden damit begonnen, Olivenhaine in Beit Surik zu
zerstören um die Mauer in der nordwestlichen Region von Jerusalem zu erweitern:
Bulldozer entwurzelten unter dem Schutz der IDF und Grenzpolizei Bäume.
Dorfbewohner, ISM Internationale und Israelis demonstrierten auf dem geplanten
Mauerpfad. Soldaten feuerten Tränengas, Lärmgranaten und Gummigeschosse --
mindestens 10 Palästinenser wurden verletzt, unter ihnen ein Kind, das
ernsthaft an der Brust durch ein gummiumhülltes Stahlgeschoss verletzt wurde.
Die Polizei verhaftete zwei Palästinenser und einen Israeli. Mehrer Dutzend Palästinenser
und 7 ISM Mitglieder setzten sich vor die Bulldozer um sie daran zu hindern,
weitere Bäume zu entwurzeln, umgeben von Truppen, die Tränengas auf sie
abfeuerte. Eine Gruppe von Dorfjugendlichen versuchte dann, die zwei Bulldozer
abzuenden, indem sie Steine auf sie warfen. Später zogen sich die Bulldozer und
Soldaten aus Sichtweite zurück, aber es wurde immer noch Tränengas auf die
Demonstranten abgefeuert. Die palästinensischen Bauern erwarten, dass die Bulldozer morgen zurückkehren werden und beabsichtigen nicht ihre Ländereien zu verlassen, aber betonen noch einmal, dass die Demonstration gewaltfrei sein müsse, ohne das Werfen von Steinen. ISM Freiwillige bleiben übernacht in dem Dorf um den Kampf der Bauern zu unterstützen. Palästinenser aus benachbarten Dörfern und israelische Aktivisten werden sich morgen früh den Einwohnern anschließen. Am letzten Freitag marschierten 60 Israelis zur Anti-Mauer Demonstration in Beit Surik aus dem nahegelegenen Mevasseret Zion. Beit
Surik (4.000 Einwohner) ist ein kleines Dorf im Nordwesten von Jerusalem, an der
Grünen Linie. In den ‘80ern eignete sich Israel 1.500 Dunum seines Landes für
Siedlungen an. 2003 wurden weitere 500 Dunum nahe der Har Adar Siedlung
annektiert plus weiterer 700 Dunum nördlich von Beit Surik; das gesamte Land
gehörte den Dorfbewohnern. Diese
Dörfer sind unterrichtet worden, dass Israel 350 Dunum zum Mauerbau annektiert,
was buchstäblich Desaster bedeutet: bis zu 6.000 Dunum mehr werden auf der
falschen Seite der Mauer verloren gehen, einschließlich der acht
lebensnotwendigen Brunnen, die alle dortigen Dörfer im Sommer versorgen. Selbst
die örtliche Müllhalde wird enteignet werden. Es sind bereits Straßen abgeriegelt worden, was die Freiheit der Bewegung oder des Handels beeinträchtigt und zu wachsender Arbeitslosigkeit führt. Der Verlauf der Mauer betrifft alle Dörfer vor Ort: Biddu, Beit Idesh, Beit Iqsa, Nabi Samuel, Kubeiba, Beit Anan, Qataana, Beit Dukku und Khirbet Um El Lahem werden von einander abgeschnitten sein -- das gesamte Gebiet eine Enklave, im Norden durch die “Nur Siedler” Straße 443 eingeklemmt. Die
Dorfbewohner sagen: “Wir sind hilflose Dorfbewohner, lediglich darauf bedacht,
unseren Lebensunterhalt zu verdienen und ein Leben in Würde auf den Ländereien
zu leben, die unsere Vorväter sorgfältig gepflegt haben. Sollte es einer mal
wagen, dies eine “Sicherheitsmauer” zu nennen!! Es ist nichts anderes als
die endgültige Stufe in der völligen Annexion unseres Landes.” Für
weitere Informationen bitte anrufen: Mohamed
Qundiel: 050 494 083 // Tarek Al Sheikh: 067 544 919 ISM Medienbüro: 02-277 4602 / Neal: 066 346 165 / Max: 053 471 226 3-
Der Anblick der Armee und der Grenzpolizei war nicht zu
ertragen --------------forwarded
message follows From:
"Rabbis for Human Rights" <info@rhr.israel.net> Date
sent: Wed, 25 Feb
2004 17:42:29 +0200 [Von
Rabbi Arik Asherman] Ich
verbrachte den größten Teil des heutigen Tages zusammen mit anderen
israelischen Aktivisten in Biddu und Beit Surik, wo Bulldozer ihre Arbeit an der
Sperre fortsetzten, die sieben Dörfer nordwestlich von Jerusalem einkreisen und
sie von über 51.000 Dunum ihres Landes trennen wird. Unglücklicherweise war
der Anblick der Armee und der Grenzpolizei trotz der Bemühungen der Führung
des Dorfes, um einen gewaltfreien Widerstand zu organisieren, (einschließlich
organisatorischer Treffen und Ansagen über Lautsprecher), eine zu große
Provokation und wir erlebten eine Menge Steinewerfen und Tränengas. Nichtsdestoweniger
gab es einige aufmunternde Momente wie z.B. den, als eine Linie von etwa 8
gewaltfreien Frauen sich vor die Soldaten stellten, die sich letztendlich zurückzogen. An einer Stelle in Beit Surik saßen gut 4.000 Dorfbewohner ruhig auf ihrem Land und sangen Lieder. Dort sind die Bulldozer heute nicht aufgetaucht. 4-
Huwaida Arraf & Jessica Hanson während Protest gegen
Mauer verhaftet -------
Forwarded message follows ------- From:
"International Solidarity Movement" <ism-alerts@palsolidarity.org> Date
sent: Wed, 25 Feb
2004 18:50:03 -0000 ZWEI
AMERIKANISCHE ISM AKTIVISTEN WÄHREND PROTESTES GEGEN DIE MAUER VERHAFTET Augenzeugen
berichten von Einsatz von exzessiver Gewalt auf Seiten der Soldaten [Beit
Surik, Okkupiertes Jerusalem] Zwei Aktivistinnen Huwaida Arraf und Jessica
Hanson wurden verhaftet als sie versuchten mit den Soldaten zu verhandeln während
der Demonstration am heutigen Nachmittag gegen den Bau der Mauer der Apartheid
in Beit Surik. Augenzeugen berichteten, dass die zwei amerikanischen Staatsbürgerinnen
während der Verhaftung von männlichen Soldaten geschlagen wurden. Es wurde
berichtet, dass Huwaida Arraf von einem Soldaten ins Gesicht geschlagen wurde.
Die Demonstration begann gestern als Bulldozer begannen, Olivenhaine zu zerstören,
die das Dorf umgeben. Die Demonstranten versuchten heute die Bulldozer am
Entwurzeln weiterer Olivenbäume zu stoppen. Die Israelische Armee feuerte Tränengas
und Gummigeschosse auf die Menge und verhaftete ca. 15 Palästinenser, 2
israelische Aktivistinnen und einen Journalisten. Die zwei amerikanischen
Aktivistinnen wurden zunächst in eine nahegelegene Siedlung mit Namen Har Adar
gebracht bevor sie im Laufe des Nachmittags zu der Polizeistation der Siedlung
von Givat Ze'ev gebracht und sind dort immer noch festgehalten. Später im Laufe
des Abends wurde Jessica Hanson freigelassen, aber Huwaida Arraf wird immer noch
festgehalten und ist offiziell verhaftet. Es ist bislang noch keine gerichtliche
Anhörung angeordnet worden. Für
weitere Informationen, bitte Kontakt: Neal
(ISM Aktivist): +972 66 346 165 ISM
Medienbüro: +972 2277 4602
5-
Ein Artikel von Huwaida Arraf, der vor zwei Tagen veröffentlicht
wurde ISRAELS
BARRIERE: Reißt sie herunter: sie ist ein unterdrückerischer Griff nach palästinensischem
Land 23.
Februar 2004 VON
HUWAIDA ARRAF - Detroit Free Press http://www.freep.com/voices/editorials/earraf23_20040223.htm Der
Internationale Gerichtshof in den Haag tritt heute zusammen zur Erörterung der
Rechtmäßigkeit der umstrittenen Barriere, die Israel in der West Bank baut.
Die UN Vollversammlung bat das Gericht um eine "beratende
Stellungnahme." Hier ist eine Ansicht über die Debatte. Heute,
wo sie in den Haag debattieren, fragen wir uns hier in Israel und den
okkupierten palästinensischen Territorien: Lässt die Welt dies wieder
geschehen? Werden wir es zulassen, das Mauern und Zäune um Ortschaften
errichtet werden und es erlauben, dass die Menschen von den Quellen ihres
Lebensunterhalts und ihrer Freiheit der Bewegung entblößt werden aufgrund
ihrer Religion und Ethnizität? In
Beit Surik, einem palästinensischen Dorf nordwestlich von Jerusalem, hat die
Zerstörung von Olivenhainen, Gewächshäusern und Häusern noch nicht begonnen,
aber die 4.000 Einwohner brauchen unsere Hilfe. Nahezu 90 Prozent von Beit
Suriks Farmland und seine acht Brunnen werden auf der anderen Seite der Mauer
isoliert sein. Die Dorfbewohner werden durch diese Struktur eingesperrt sein und
es wird ihnen der Zugang zu Arbeit, Schule und Gesundheitsversorgung verwehrt
sein. Sie werden sich um Erlaubnisgenehmigungen bemühen müssen um ihr Dorf zu
betreten oder zu verlassen. Werden
wir ihre Bemühungen unterstützen um dem Unvermeidbaren zu widerstehen, wenn
auch nur, dass die Geschichte berichten wird, dass Beit Surik aufmüpfig blieb
im Angesicht dieses Landraubes? Werden wir ihre Bemühungen unterstützen, auf
dem Land ihrer Vorfahren zu bleiben, trotz der Anstrengungen sie zum Verlassen
zu zwingen? Weniger als 20 Meilen von Beit Surik entfernt haben Freiwillige vom International Solidarity Movement in den vergangenen zwei Monaten den gewaltfreien Widerstand gegen die Mauer in dem Dorf von Budrus unterstützt. Letzten November wurden den Bewohnern von Budrus mitgeteilt, dass ihr Farmland eingeebnet und durch die Mauer isoliert würde. Seitdem haben sie gewaltfreie Proteste zustande gebracht und nach internationaler Unterstützung gerufen. Israelische Bulldozer entwurzelten über 100 von Budrus' Olivenbäumen bevor sie stoppten, möglicherweise als Reaktion auf die zunehmende Sichtbarmachung, die durch die Teilnahme von Friedensaktivisten bei den Protesten des Dorfes. Die israelischen Okkupationsstreitkräfte haben mit Gewalt geantwortet. Mehr als 60 Dorfbewohner sind durch gummiumhüllte Metallgeschosse verletzt worden. Truppen rücken nach Budrus ein und eröffnen das Feuer mit scharfer Munition. Neun gewaltfreie Aktivisten werden verhaftet, darunter junge Kinder. Frauen und Kinder werden gleichermaßen auf jeder Demonstration geschlagen und mit Tränengas beschossen, und die Führer von Budrus' gewaltfreien Widerstand wurden inmitten der Nacht von Soldaten aus ihren Häusern abgeholt. Dennoch sind die Bewohner nicht eingeschüchtert worden und weigern sich, still dazusitzen während ihr Land zerstört wird und ihre Dörfer zu einem großen Freiluftgefängnis werden. Vor
eineinhalb Jahren war das ISM Teil einer ähnlichen Bemühung mit den Einwohnern
von Jayyous. Dennoch, trotz der Petitionen, Proteste, Sit-ins, und Prügel und
Verhaftungen von Demonstranten wurden Tausende von Jayyous' Oliven- und Obstbäumen
zerstört. Fünfundsiebzig Prozent von Jayyous' Bauernland wurde seinen
Besitzern weggenommen. Mehr als 200 Gewächshäuser sind nun verlassen, weil
israelische Soldaten den Bauern von Jayyous verbieten, zu ihren Ländereien zu
gelangen. Alle Brunnen des Dorfes fallen auf die andere Seite dieses
"Sicherheit" Zaunes. Heute wird Jayyous nahezu umgeben von einem 9 Fuß
hohen scharfen Stacheldrahtzaun, ausgestattet mit Bewegungsmeldern und
Sicherheitskameras. Die Einwohner von Jayyous müssen eine spezielle Erlaubnis
beantragen um in ihr Dorf zu gelangen oder es zu verlassen. Haben die Menschen von Budrus und Beit Surik Grund zu glauben, dass ihr gewaltfreier Widerstand sie vor einer ähnlichen ghetto-gleichen Zukunft zu bewahren? Veteranen des palästinensischen Freiheitskampfes haben wenig Hoffnung. Die Weltgemeinschaft hat bislang versäumt, israelische Verletzungen internationalen Rechts und der palästinensischen Menschenrechte zu stoppen. Stattdessen ist der überwiegenden Fokus der internationalen Gemeinschaft auf den palästinensischen bewaffneten Widerstand gerichtet, mit wenig Anerkennung des herausragenden gewaltfreien Kampfes. Im
Laufe der Jahre gehören zu den palästinensischen gewaltfreien Taktiken der
Boykott von israelischen Waren und Diensten, der zivile Ungehorsam und die
Ablehnung der israelischen Militärverwaltung, die Einrichtung von
Nachbarschaftsschulen (wenn die Israelische Armee palästinensische Schulen
schließt), Märsche, Streiks und Steuerverweigerung. Das ISM wurde geschaffen um den unbewaffneten Widerstand gegen die israelische Okkupation zu unterstützen, indem dem Palästinensischen Volk eine Ressource gegeben wird -- eine internationale Präsenz und eine Stimme -- womit eine Fortsetzung des gewaltfreien Widerstandes gegen eine übermächtige Militärmacht möglich ist. Werden den Palästinensern, Israelis und Ausländern, welche die Führung vor Ort übernommen haben, sich einer unterdrückerischen Okkupation zu widersetzen und sie zu besiegen, die Mächtigen in der Politik und die internationalen Richter folgen? Oder werden sie hinten beiseite stehen? ------------------------ HUWAIDA ARRAF ist Mitbegründerin des International Solidarity Movement. 6-
'Der friedliche Weg funktioniert am besten' - das
Beispiel von Budrus
Von Gideon Levy, Ha'aretz 11. Februar Ha'aretz
Mittwoch, 11. Februar 2004 http://www.haaretz.com/hasen/spages/393347.html Es
gibt ein kleines entlegenes Dorf in der West Bank, das sich entschlossen hat,
sich anders zu verhalten.. Ein Dorf, dessen Einwohner beschlossen haben, nicht
zu lamentieren und sich nicht in die Luft zu sprengen. Sie haben einen anderen
Weg zwischen Gewalt und Aufgabe gewählt. Die Einwohner des Dorfes von Budrus,
westlich von Ramallah und nahe an der Grünen Linie haben sich entschieden,
einen gewaltfreien Kampf gegen den Trennzaun, der auf ihrem Territorium
errichtet wird, zu führen. Das ganze Dorf hat der Tonart zugestimmt - die
Mitglieder von Hamas und Fatah, die Alten und die Jungen, Männer und Frauen,
und seit drei Monaten gehen sie jede Woche zu Hunderten zu ihren Olivenhainen,
um gegen das Ausreißen ihrer Bäume und die Einkreisung der Bewohner zu
demonstrieren. Die
IDF und die Grenzpolizei sind mit einem ganz ungewöhnlichen Phänomen
konfrontiert worden: Was sollen sie mit Hunderten von unbewaffneten,
gewaltfreien Bewohnern tun, die sich langsam auf die Bulldozer zugehen, mit
Frauen und Kindern, welche die Schar anführen, und einer Handvoll von
israelischen und internationalen Freiwilligen, die unter ihnen versprenkelt
sind, die sich bis auf Berührungsentfernung der bewaffneten Soldaten nähern?
Sollten sie schießen um zu töten? Schießen um zu verletzen? Bislang
haben die IDF geschossen, aber immerhin - keiner ist bislang getötet worden,
und etwa 100 Menschen sind verletzt worden, die meisten von ihnen nicht
ernsthaft im Laufe der etwa 25 Demonstrationen im Zeitraum von zwei Monaten. Die
meisten Verletzungen stammen von Schlagstöcken und Gummigeschossen, wie in den
alten Tagen. Zwölf Dorfbewohner sind verhaftet worden, und neun von ihnen sind
immer noch im Gefängnis, wegen Teilnahme an klar gewaltfreien Demonstrationen.
Dies ist auch eine Verletzung der Richtlinien der IDF, wie ein Militärrichter
feststellte, als er sich weigerte, einen der Anführer dieser pazifistischen
Revolte in Administrativhaft zu schicken. Der Bruder des verhafteten Mannes
jedoch wurde von einem anderen Militärrichter direkt in Administrativhaft
geschickt. Aber der wichtigste Punkt ist der, dass die Arbeiten am Zaun in der Nähe
des Dorfes zur Zeit eingestellt sind. Budrus
gegen die Okkupation. Budrus gegen den Separationszaun, der das Dorf von allen
Seiten einkreisen und abschneiden wird, wie acht andere Dörfer, für die
vorgesehen ist, dass sie in eingezäunten Enklaven gegenüber dem Ben-Gurion
Airport eingeschlossen werden. Der Zaun hätte entlang der Grünen Linie gebaut
werden können, einige Hundert Meter entfernt vom jetzigen Verlauf, aber Israel
hatte andere Pläne - über die the Weinberge, über die Oliven, über das
Leben. Heute oder morgen wird die Steinbruch- Straßenbauarbeit weitergehen, und
so wird es auch mit den Protestdemonstrationen geschehen. Wird
dieses entlegene Dorf zu einem Meilenstein im Kampf gegen den Zaun werden?
Werden die Einwohner von Budrus einen Wechsel zur Gewaltfreiheit im palästinensischen
Kampf gegen die Okkupation einläuten? Oder wird in der kommenden oder nächsten
Woche der Separationszaun auch das Leben in diesem Dorf abschneiden und zeigen,
dass sich Gewaltfreiheit nicht auszahlt, wobei die Szene aus Budrus bald zu
einer vergessenen Episode wird? Kakteen
wohin man blickt. Alte Steinhäuser, die neben halb errichteten, die niemals
vollendet werden, stehen. Die Dinge sehen verheißungsvoll aus wenn man das Dorf
betritt, aber je weiter man hineinkommt umso mehr trifft einen die Wirklichkeit.
Nach dem letzten Haus, gesehen von den Olivenhaien, liegt der Anblick, der die
Einwohner fürchten lässt: das aufgehende Orange der Bulldozer, Farbkleckse im
Wadi, die sich in den Felsen schneiden, aufwühlen und Narben hinterlassen, und
nach ihnen die Dampfwalzen und die schweren Lastwagen. Olivenbäume, deren
Wipfel abgeschnitten worden sind, stehen zum schweigenden Zeugnis für die
bisherige Arbeit der Bulldozers. Das ist dort, wo der Zaun vorbeilaufen wird. Durch diese Olivenhaine. Ein Zaun westlich von ihnen und ein anderer östlich von ihnen, wodurch sie einpfercht übrig bleiben, eingesperrt in der Mitte. Warum? Deswegen. "Wenn
der Zaun oben auf dem Berg verliefe, gäbe er mehr Sicherheit," vermutet
Iyad Ahmed Murar, ein Führer des Protestes in Budrus, dessen zwei Brüder in
Administrativhaft sind. "Aber sie wollen einen Zaun im Wadi. Der gesunde
Menschenverstand sagt, dass, wenn man einen Sicherheitszaun haben möchte, man
ihn auf dem Berg setzen sollte und nicht im Wadi. Aber sie möchten das Land
zerstören und die Oliven. Welchen Unterschied würde es machen, wenn sie 200
Meter in Richtung Grüne Linie sich bewegen würden?" Vor
1948 besaß Budrus ca. 25.000 Dunam. Davon gingen 20.000 an Israel und dem Dorf
blieben etwa 5.000. Jetzt werden nach Murars Berechnungen weitere gut 1.000
Dunam gestohlen. Die Bauarbeiten in der Nähe der Haine sind zur Zeit
unterbrochen, aber die Weiterführung ist nicht weit entfernt, in Richtung des
benachbarten Dorfes von Qibiya. Aber es ist nicht allein das Schicksal der Ländereien,
die das Dorf, das seit 1993 keinen getöteten Einwohner mehr gehabt hat,
beunruhigt. Was beunruhigender ist, ist die Frage, wie der Zaun in seiner
Auswirkung das Dorf erwürgen wird. Murar:
"Der Zaun wird um neun Dörfer herum gehen. Ramallah ist unsere Mutterstadt
und nur ein einzige Tor wir dahin führen. Und was passiert, wenn der Soldat
Kaffeepause hat? Oder weg ist, um eine Zigarette zu rauchen? Vielleicht sperrt
er das Tor zu um zur Toilette zu gehen. Vielleicht gibt es ein Problem in Tel
Aviv und sie schließen das Tor. Und dann kann man nicht zur Universität, zum
Krankenhaus oder zur Arbeit gelangen, und zu guter Letzt werden die Leute
anfangen, dort zu wohnen, wo sie arbeiten. Wenn jemand mir Arbeit gibt und ich
komme an einem Tag und am anderen nicht, wird er mir schließlich sagen, dass
ich dort bleiben soll, wo die Arbeit ist oder ich werde gefeuert. Die Leute
werden anfangen darüber nachzudenken, dort wohnen zu müssen, wo ihre
Arbeitsstelle ist. Und der Student und der Kranke werden dasselbe denken." Dies
ist es, wovor sich das Dorf am meisten fürchten muss - vor einem
"freiwilligen" Transfer; vor einem Leben, dass so erschwert wird, dass
sie gezwungen werden nach Osten zu ziehen. Ein 1.000 Jahre altes Dorf. Das ist
der Grund, warum der Zaun da ist. In Budrus sind die davon überzeugt, dass der
Premierminister Sharon das weiterführt, was der Hauptmann Sharon angefangen
hat: In Qibiya versuchte er es mit he Dynamit, jetzt versucht er es mit einem
Zaun. Das Ziel ist dasselbe: sie dazu bringen, dass sie von der Grünen Linie
wegziehen, besonders in der Nähe des Ben-Gurion Airports. Was können sie tun?
"In friedlicher Weise demonstrieren," sagt Murar der Rebell. Es
hat alles am 9. November begonnen als die Bauarbeiten hier zum ersten mal
begannen. Seitdem haben sie demonstriert und demonstriert, immer in friedlicher
Weise. Manchmal einmal die Woche, manchmal jeden Tag; manchmal das gesamte Dorf;
manchmal nur die Frauen und Kinder. Sie gehen durch die Haine zum Verlauf des
Zauns und gelangen so nah wie möglich an die Soldaten und Grenzpolizisten
heran. Murar liebt es, dies kleine Rebellion zu beschreiben, Schritt für
Schritt, beinahe Stunde für Stunde. Wie sie einmal einen ganzen Tag dort
standen, wie das Essen zu ihnen gebracht wurde und sie vor den Augen der
Soldaten ihre Mahlzeit einnahmen, wie sie mit Schlagstöcken und Gewehrkolben
geschlagen wurden. Er
gibt jede Einzelheit wieder: Während einer Demonstration im Dezember zählte er
15 Mannschaftstransportfahrzeuge, sechs Grenzpolizeijeeps, zwei blaue
Polizeijeeps und zwei weitere Militärjeeps im Dorf, 25 Jeeps insgesamt. Bei
einer anderen Demonstration erklärte der Offizier das Gebiet zu einem militärischen
Sperrgebiet. Murar:
"Sie hatten ein Schreiben in Hebräisch - vielleicht über diese Gegend,
vielleicht über das ganze Dorf, vielleicht über die ganze Welt, das dies zu
einem militärischen Sperrgebiet erklärt ist. Sie sagten, dass sie eine
Ausgangssperre verhängen würden, wenn wir irgendetwas unternehmen würden."
Er sprach auch davon, wie es ihnen gelang trotz der Ausgangssperre zu ihren Ländereien
zu gehen und in Front der Bulldozer zu demonstrieren. Wir
beschließen, nun zu der Verlaufsstrecke runter zu gehen, die bereits festgelegt
ist. Murar bleibt zurück. "Wenn dort zu viele von uns sind, denken sie, es
sei eine Demonstration." Die letzte Demonstration war letzten Freitag; Tränengasbehälter
liegen noch immer verstreut herum. Die Einwohner wissen, dass die Arbeiten bald
wieder aufgenommen werden. Vielleicht heute, vielleicht morgen. Hier sind die
roten Markierungen auf dem Boden. Sie haben Beobachter auf den Balkonen der äußeren
Häuser des Dorfes, die es berichten werden, wenn sie etwas sehen. Die Spuren
der Bulldozer sind immer noch im Schlamm sichtbar. Von hier aus soll die Strecke
in Richtung Olivenhaine gehen, weitere vier Kilometer. Die ersten Bäume sind
bereits entwurzelt worden. Gestern war Tu Bishvat (Jüdischer Tag des Baumes). Eine
Gruppe von Freiwilligen vom International Solidarity Movement zusammen mit zwei
jungen Israelis begleiten uns durch die Olivenhaine, aber sie gehen nicht
herunter zur geplanten Strecke des Zauns. Sie halten sich jetzt im Dorf auf und
bereiten sich auf das vor, was auf sie zukommen wird. Heute sind sie hier,
morgen werden sie im nächsten Dorf sein, an das der Zaun heranrückt. Junge Träumer
und Kämpfer, die 20 Schekels pro Nacht für ein gemietetes Apartment im Dorf
ausgeben. Yonatan Pollak von Anarchists Against the Fence, ein 21-jähriger mit
blauen Augen, Grübchen, Aknenarben, einer Weltsicht und einer Vergangenheit:
Nach Europa darf er bereits nicht mehr einreisen wegen der
Antiglobalisierungsdemonstrationen, an denen er dort teilnahm. Er zieht einen
schwarzen Ärmel über die Tätowierungen auf seinem Arm. Er würde kein
israelisches Mineralwasser im Dorfladen kaufen. Während seine Altersgenossen an
Checkpoints stehen und entscheiden, welche Frau in Ehen durch darf und welche
nicht, ist er hier, mit den Einwohnern von Budrus bei ihrem Kampf. Wir
kehren zum Dorf zurück. Das zweistöckige Wohnhaus der Familie Amhassein: die
Familie im ersten Stock, die Hühner im zweiten. Die Mutter, Suriya, ist gerade
erst aus Mekka zurückgekommen und das Haus ist ihr zu ehren geschmückt worden.
Die Kinder spielen laut in der Schulpause am Rande des Dorfes. Der Zaun wird
genau an der Grenze der Schule und an der Grenze des danebenliegenden Friedhofes
entlang laufen. Das Allmächtige Israel hat sich überall ausgebreitet: Modi'in,
Ra mle, Shoham, Rosh Ha'ayin - und bei klarer Sicht kann man sogar den Shalom
Tower in Tel Aviv erkennen. Und auf der anderen Seite, nach Osten hin, Kiryat
Sefer, Nili, Na'aleh. "Sagen Sie mir, könnte der Zaun durch den Friedhof
verlaufen?," fragt Murar. Ein
Treffen in seinem Haus: Etwa 20 Frauen sitzen im Hof des attraktiven Hauses am
Rande grünen Tals und planen die Ausstellung, die sie am 23. dieses Monats, dem
ersten Tag der Anhörung über den Zaun beim Internationalen Gerichtshof in den
Haag, machen wollen. Die Hälfte der Frauen kommen aus Salfit und die andere Hälfte
sind aus dem Dorf. Sie sitzen im Schatten des Bananenbaums in Murars Hof und
reden über die Ausstellung von Produkten aus Olivenholz, die sie im Zentrum des
Dorfes präsentieren wollen. Vielleicht werden Leute aus der ganzen Welt kommen
um sie zu sehen. Ein schwedischer Parlamentsabgeordneter wurde hier schon einmal
von den IDF verhaftet. Murar sagt, dass die Ausstellung auch eine Taube, die aus
Olivenholz geschnitzt wurde, zeigen wird. Sie planen außerdem bald eine
Demonstration für die Kinder. Murar:
"Wir haben unsere Lektionen gelernt - wo wir Gutes taten und wo wir
Schlechtes taten. Sie [die Israelis] haben ebenfalls ihre Lektionen gelernt. Mag
sein, dass sie die Ausgangssperre verstärken werden, wenn sie funktionieren.
Aber unser Plan ist es, unser Land und unsere Bäume in friedlicher Weise zu
verteidigen. Manchmal gibt es in unserem Volk eine Menge Ideen über das, was
wir gegen die Okkupation tun sollen. Wir haben hier eine andere Strategie gewählt.
Unsere Strategie in diesem kleinen Dorf besteht darin, dass wir die Dinge
umdrehen. Im Norden gab es von Dschenin bis Budrus israelische und
internationale Demonstranten, die von Palästinensern unterstützt wurden. Aber
hier glauben wir, dass es unser Problem ist und dass wir unser Land verteidigen
und etwas tun müssen, und die Israelis und internationalen Protestierenden
unterstützen uns lediglich. Zunächst die Palästinenser, und dann die
Internationalen. Wir sind sehr dankbar für israelische und internationale
Unterstützung, aber die Palästinenser müssen hier ihren Standpunkt vertreten.
Wir übernehmen eine besondere Strategie, eine friedliche Strategie. Die Hamas
hier ebenfalls. Am Anfang nahmen sie zu Demonstrationen ihre grünen Fahnen mit.
Nach den ersten drei Demonstrationen tragen wir nur noch die Fahne von Palästina.
Alle zusammen. In vollkommen friedlicher. Wir haben uns alle auf eine Sache
geeinigt: Wir sind nicht gegen die Israelis und nicht gegen die Juden und nicht
gegen die Soldaten. Wir sind nur gegen die Okkupation. Wir sind gegen die
Bulldozer. Und wir in Budrus glauben, dass Töten leichter ist als Weinen. Aber
einfach über unser Land zu weinen ist nicht genug. Eine friedliche
Demonstration ist starker als das Töten. Wenn man vor einem israelischen
Soldaten steht, direkt neben ihm, dann wird man stärker sein. Wenn jemand fragt: Warum friedlich? Sage ich ihm: Ich habe alle Arten ausprobiert und die friedliche Art wirkt am besten. Das schlimmste Ding ist es, die Unschuldigen zu töten. Das ist die schlimmste Sache in der Welt. Sie töten bei Tag und bei Nacht und sagen, dass wir Terroristen sind. Aber wir benötigen die ganze Welt auf unserer Seite. Ich bin gegen das Töten von Menschen. Alle Menschen, Juden und Arabern. Ich habe keine Angst oder schäme mich, das zu sagen. Das ist der Grund, warum ich friedlich gegen den Zaun demonstriere."
[Letzte
Aktualisierung: drei tote Palästinenser in Beit Surik !!!] An
alle Aktivisten - in der Region und weltweit: Sind
die gewaltfreien Demonstranten von Beit Surik, die für das Schießgefecht in
Erez (Gaza Checkpoint) bezahlen, dabei, einen Soldaten zu töten? http://www.haaretzdaily.com/hasen/spages/398691.html http://www.haaretzdaily.com/hasen/spages/398721.html Bitte
sendet Faxe - sofort an Ruth Bar, Assistentin beim Verteidigungsminister, Fax
Nr.: 03-6962757 -------
Forwarded message follows ------- To:
<mashacamp@yahoogroups.com>, "stopthewall" <stopthewall@yahoogroups.com> Organization:
ICAHD From:
"Naama Nagar-ICAHD" <naama@icahd.org> Date
sent: Thu, 26 Feb
2004 15:36:39 -0800 Subject:
[stopthewall] faxes to stop shooting Send
reply to: "Naama
Nagar-ICAHD" <naama@icahd.org> [Double-click
this line for list subscription options] Bitte
schickt Faxe an Ruth Bar, Assistentin beim Verteidigungsminister, bezüglich des
Schießens mit scharfer Munition in in Bidu und Beit Suriq, Fax Nr.: 03-6962757 Naama
Nagar Israeli
Outreach Coordinator Israeli
Committee against House Demolitions 7
Ben-Yehuda St., PO Box 2030, Jerusalem
91020, Israel Tel:
972-(0)2-624-5560 Fax: 972-(0)2-622-1530 Mobile
972-(0)52-245788 Email:
naama@icahd.org Web:
http://www.icahd.org Das
Israelische Komitee gegen Hauszerstörungen ist eine gewaltfreie Protest- und
Widerstandsorganisation, die daran arbeitet, die Okkupation zu beenden und
Frieden und Gerechtigkeit in unserer Region zu fördern. Yahoo!
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