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Thema:    [GushShalom] Hunderte protestieren in Tel-Aviv & mehr

Datum:    06.10.04 03:30:22 (MEZ) - Mitteleurop. Sommerzeit

Von:        otherisr@actcom.co.il

GUSH SHALOM - pob 3322, Tel-Aviv 61033 www.gush-shalom.org/

Ich werde mich nicht bereit erklären, Hass in eine weitere Generation unserer palästinensischen Nachbarn zu pflanzen. Ich erkläre mich nicht bereit, Anteil zu haben an dem, was ich als einen fatalen Schlag gegen die Sicherheit des Staates und der Nation von Israel betrachte und als eine Übertretung der Regeln von menschlicher und jüdischer Moral.

Offener Brief an den Verteidigungsminister in Sachen Einberufungsbefehl

 

[Elana Wesley übersetzte den folgenden Brief, ein Beispiel von jemandem, der mit seinem Gewissen ringt]

 

An:

 

Verteidigungsminister Mr. Shaul Mofaz

Stabschef General Moshe Ya'alon

Kommandeur des Bataillon 8208, Oberst Tamir Ben Gal

 

Betrifft: Offener Brief in Sachen Einberufung zum Reservedienst 22. September – 20. Oktober 2004

 

Sehr geehrte Herren,

 

In den vergangenen acht Jahren hatte ich jedes Jahr während ich in der Reservearmee diente die Ehre an der Seite von lieben Freunden (deren Zahl langsam abnimmt) den Dienst bereit und freiwillig zur Aufrechterhaltung der Sicherheit des Staates zu leisten. In nahezu allen Einberufungsbescheiden stieß ich auf die Bemerkung "Ihre Mobilisierung ist abhängig von Ihrer Unterschrift unter einer Einverständniserklärung; Ich bitte Sie, Ihre Bereitschaft zu bestätigen, indem Sie die Einverständniserklärung unterzeichnen...". Jedes Jahr, und manchmal mehr als einmal im Jahr begegnete ich diesen Worten, die für mich wie zu (allerdings weniger geliebten) Waffenbrüdern geworden sind, so dass ich die Erfahrung des verfluchten "jährlichen Dienstes über die Gesetzesvorschrift hinaus" und seines Kumpels "kurzfristigere Mitteilung als vom Gesetz", was noch ärgerlicher ist, machte.

 

Sei es aufgrund der aufrichtigen Tradition der unbezweifelten Bereitwilligkeit oder wegen der Sorglosigkeit und Geringschätzigkeit der Mitglieder der Adjutantur und des Kommunikationswesens - erkennt jeder von uns, der in den Reservedienst ableistet, die Wirklichkeit der Freiwilligkeit über das Maß hinaus, was durch das Gesetz festgelegt ist, und der emotionalen Ebene auf einer langen Reihe von denjenigen, die auftreten, die die Arbeit, Familie und Freizeit hinter sich gelassen haben um für ihre Armeekleidung zu unterschreiben und ihre Einverständniserklärung unterzeichnen so wie es erwartet wird. Aber dieses Mal war die Situation anders; ich schreibe Ihnen, meinen Kommandeuren und einem geachteten Minister, um Ihnen klar zu sagen: Ich komme nicht freiwillig! Sie haben nicht meine Einwilligung und werden sie auch nicht bekommen dazu, dass ich über das hinaus Dienst leiste wie es gesetzlich vorgeschrieben ist. Ich melde mich nicht freiwillig (und werde dies auch nicht länger tun) um beschäftigt zu sein mit "zwingendem Verständnis" und "zwingender Bezahlung für den Preis" von Seiten der Menschen, die unter Last der Okkupation stöhnen und deren Menschen- und Bürgerrechte verwehrt werden. Ich werde mich nicht bereit erklären, Hass in eine weitere Generation unserer palästinensischen Nachbarn zu pflanzen. Ich erkläre mich nicht bereit, Anteil zu haben an dem, was ich als einen fatalen Schlag gegen die Sicherheit des Staates und der Nation von Israel betrachte und als eine Übertretung der Regeln von menschlicher und jüdischer Moral.

 

Als eine Person mit viel Verantwortung lehne ich es nicht ab zu dienen, und in Hinblick auf die Notwendigkeit eingezogen zu werden, ist diese Frage gegenwärtig keine Streitfrage für mich. Aber mein Herz ist bei jenen mutigen Menschen, die bereit sind, den persönlichen Preis zu bezahlen und zu ihren Prinzipien zu stehen, deren Aktionen diese Ära in der Geschichte des Jüdischen Volkes und der Geschichte der Menschheit jedoch erhellen werden mit dem Funken einer moralischen und menschlichen Aura, die so sehr fehlt. Ich rufe diejenigen, welche die Last des Reservedienstes tragen, auf, ihre Entscheidung zur Bereitschaft abzuwägen und die schriftliche Erklärung erst zu unterzeichnen aus dem breiten Netzwerk moralischen Überlegungen heraus und wegen ihres Gefühls der persönlichen Verantwortung.

 

Meine Kameraden im Reservedienst, jeden Tag, den ihr bereitwillig leistet, seid ihr voll verantwortlich für eure Taten und Untaten, ohne die moralische Verteidigung (so schwach sie auch ist) des Gehorsams gegenüber dem Recht und der Rettung der Demokratie, da es euer gesetzliches Recht ist, so nicht zu handeln. Der/Diejenige, der/die sich bereit erklärt außerhalb des Ruf seines/ihres Gewissens zu handeln, erklärt sich bereit, ein Verbrechen zu begehen!

 

Hochachtungsvoll,

 

Shay Cohen

18 Gordon, Haifa

054 7735703

.....@yahoo.com

 

 

 

 

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