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Thema:    [TOI-Billboard] Olivenernte, Tötung von Kindern & Einmischung in US Politik

Datum:    19.10.04 05:17:45 (MEZ) - Mitteleurop. Sommerzeit

Von:        otherisr@actcom.co.il

 

Olivenernte, Tötung von Kindern & Einmischung in US Politik

 

TOI-Billboard, 16. Oktober 2004

 

Sharon hat schließlich der Bitte der Armee (sic!) zugestimmt, die Kampagne des Tötens und der Zerstörung im Gaza Streifen zu beenden. Aller Wahrscheinlichkeit nach brauchte Sharon die Randale bis zum Abschluss der Siedlerdemonstration vom Donnerstag gegen seinen Gaza Loslösungsplan. Während er den Gaza zerstörte um sich selbst gegen die Anschuldigung zu verteidigen, dass er sich von ihm loslöst nahm Sharon der Akrobat gleichzeitig die Koalitionsgespräche mit der Arbeitspartei wieder auf.

 

Heute: "Warum sich in die US Politik einmischen?" Adam Kellers Reflektionen nach seiner USA Tour.

 

Danach:

 

-- eine Gegendemonstration in Jerusalem

-- Siedler und Armee gegen Olivenerntearbeiter I

-- Siedler und Armee gegen Olivenerntearbeiter II

-- Bestätigt und zugegeben, von B. Michael

    (ins Englisch übersetzt vom TOI- Mitarbeiterteam aus Yediot Aharonot)

-- Links zu Artikel in den israelischen Medien (Englisch)

    Gideon Levy / Ze'ev Schiff / Herb Keinon / Uri Avnery und weitere

 

 

<> 14. Oktober. Während die Siedler an verschiedenen Orten gegen Sharons Plan zur Auflösung der Siedlungen und zum Abtug aus dem Gaza demonstrierten, hielten ein paar Dutzend Courage to Refuse Aktivisten eine Schweigekundgebung in Jerusalem ab, "bei der sie all diejenigen [betrauerten], die ihr Leben genau wegen dieser Siedlungen verloren haben, und um die israelische Öffentlichkeit an den wahren Preis der Okkupation zu erinnern."

 

<> 15. Oktober - von Arik Ascherman <info@rhr.israel.net>

 

Die heutige Ernte in den Hügeln von Süd-Hebron wurde von bewaffneten Siedlern unterbrochen. Obwohl der israelische DCO [Offizier der Zivilverwaltung, d.Ü.] RHR gebeten hatte, die Einwohner von Gawaweis einzuladen, ihre Bäume zu ernten, wozu sie nicht in der Lage gewesen sind seitdem der Siedler Itamar Cohen das Dorf übernommen hatte und die Dorfbewohner zwang, woanders zu wohnen, entschied die Armee, dass sie nicht genügend Kräfte hätten, um mit den Siedlern fertig zu werden, welche die Palästinenser angriffen und einige von ihnen leicht verletzten. Die Polizei hat aber Itamar Cohen und andere Siedler verhaftet, weil sie ein militärisches Sperrgebiet betreten hatten und zurückgekehrt waren nachdem sie vor einem Monat dort ausgewiesen worden waren. Den Bewohnern von Gawaweis wurde erlaubt, in einem zweiten Hain zu ernten und versprochen, dass die Armee die Siedler fernhalten würde und ein anderer Erntetag in der nächsten Zeit wurde vereinbart. Nichtsdestotrotz gab es bittere Gefühle als die zuversichtlichen Dorfbewohner nach Hause geschickt wurden und Ängste, dass den Bäume, die noch nicht beschädigt worden sind, Schaden zugefügt werde bevor die Ernte stattfindet.

 

Kurz danach waren die RHR Beobachter Zeugen einer Parade von Frauen, angeführt von einem Siedler aus Susya, die von der Siedlung durch das palästinensische Susya ging auf dem Weg zur archäologischen Grabungsstätte von Susya. Anscheinend geschieht dies einmal die Woche.

 

Eine RHR Erntedelegation in Jamain hörte heute von Einwohnern, dass genauso wie gestern Siedler von Tapuakh Steine auf Palästinenser warfen bevor die Delegation ankam.

 

RHR fordert die israelischen Sicherheitskräfte auf, ihre Verpflichtung gemäß der 4. Genfer Konvention zu erfüllen um die besetzte Bevölkerung zu schützen und sicher zu stellen, dass sie Zugang zu ihren Ländern haben sowohl für die Olivenernte als auch die sonstige Zeit.

 

<> Friedensaktivisten wird nicht erlaubt, den Olivenpflückern zu helfen

     Palästinensische Schulkinder, die von Siedlergangs angegriffen wurden, ziehen internationale

     Begleiter einer IDF Eskorte vor

 

[Soeben noch eine "Letzte Aktualisierung" auf der Ha'aretz Internetseite; nicht sicher, ob das jemals in der gedruckten Ausgabe erscheinen wird. Wir haben uns entschlossen, es hier in voller Länge zu drucken, das die verschiedenen Elemente, die hier in einen einzigen Bericht verrührt worden sind, "den wahren Preis der Okkupation" illustrieren.]

 

Linken Aktivisten wird nicht erlaubt, den Olivenpflückern zu helfen

 

Von Nir Hasson, Ha'aretz Correspondent

   http://www.haaretz.com/hasen/spages/488976.html

   letzte Aktualisierung 16/10/2004 11:31

 

[siehe auch Blitzaktualisierung 12:59: Linke Aktivisten dementieren Behauptungen der IDF, dass es ihnen erlaubt worden sei, woanders zum Olivenpflücken zu gehen nachdem ihnen die Einreise in W. Bank Dorf verweigert wurde (Israel Radio)]

 

Die Armee verweigerte über 100 Aktivisten, die in das Dorf von Azawiyah gekommen sind um bei der Olivenernte helfen, eine abgeriegelte Militärische Zone zu betreten.

 

Trupps der Israel Verteidigungsstreitkräfte verwehrten mehr als 100 israelischen linken Aktivisten, die gekommen waren um bei der Olivenernte zu helfen, die Einreise in das Dorf von Azawiyeh in der nördlichen West Bank am Samstagmorgen.

 

Die Armee sagte, sie befürchte eine gewalttätige Konfrontation zwischen den pro-palästinensischen Gruppen und den Siedlern, die in der nahe gelegenen Siedlung von Eli leben, könnte sich ergeben.

 

Die Sicherheitskräfte erklärten das Gebiet zu einer abgeschlossenen militärischen Zone und werden nicht zulassen, dass die Aktivisten es betreten.

 

Die Polizei hat bislang drei Leute verhaftet, die das Gebiet betreten haben.

 

Militärische Quellen sagen, dass sie den Aktivisten vorgeschlagen hätten, in Gebieten bei der Olivenernte zu helfen, bei denen es keine Gefahr von Zusammenstößen mit den Siedlern gibt, aber die Aktivisten hätten dies abgelehnt.

 

Siedler haben wahrscheinlich internationale Friedensaktivisten angegriffen

 

Die Polizei sagte, dass Siedler hinter den Angriffen auf fünf internationale Friedensaktivisten in der West Bank am letzten Samstag stecken könnten. Die Friedensaktivisten waren angegriffen worden als sie palästinensische Kinder von der Schule in das Dorf von Al-Tuwani in den südlichen Hebron Hügeln eskortierten, auf einer Strecke, die zwischen der Siedlung von Maon und dem Außenposten mit Namen Maon Ranch verläuft. Ein italienischer Friedensfreiwilliger und ein Amnesty International Mitglied benötigten medizinische Versorgung nachdem sie mit Schlägern schwer geschlagen worden waren.

 

Dies ist die jüngste von drei Attacken auf Freiwillige, die im vergangenen Monat ausgeübt worden sind.

 

Kim Lamberty, eine amerikanische Freiwillige von den Christian Peacemaker Teams (CPT), beschrieb den ersten Angriff auf Mitglieder ihrer Organisation am 29. September: "Wir waren unterwegs um fünf Kinder zur Schule zu begleiten als fünf maskierte Figuren in Schwarz über uns herfielen. Die Kinder rannten sofort los. Ich wurde niedergeschlagen und mit einem Schlagstock geschlagen. Ich lag leblos da, so dass sie denken würden, ich sei tot."

 

Lambertys Arm und Bein wurde gebrochen. Ihr Kollege Chris Brown wurde mit einem Lungenriss ins Krankenhaus eingeliefert also. Am letzten Mittwoch wurden Steinbrocken auf einen einzelnen Freiwilligen geworfen, der unverletzt entkam.

 

Die Polizei sagt, dass die Attacken keine spontanen Ausbrüche von Gewalt seien, sondern eher das Werk einer gut durchorganisierten Gruppe, deren Mitglieder schwarze Kleidung tragen, sich Skimasken aufsetzen und sich mit hölzernen Schlägern, Ketten und Steinen bewaffnen. Jüdische Siedler schikanieren bereits seit langem palästinensische Anwohner. Palästinensische Kinder haben Angst zur Schule zu gehen und viele von ihnen haben es aufgegeben.

 

Die kürzlichen Attacken werden als eine Intensivierung der Gewalttätigkeiten angesehen. "Bislang waren wir Steine werfen und spontanen Aktionen ausgesetzt, aber nicht einem geplanten Hinterhalt," sagt Rabbi Arik Ascherman von Rabbis for Human Rights, einer weiteren Organisation, die in der Gegend aktiv ist.

 

Die Aktivisten beklagen sich auch über die Indifferenz der Polizei bei den Attacken. "Wir lagen dort eine halbe Stunde lang bevor die Polizei kam. Wir hätten leicht getötet werden können," sagt Lamberty. Keine Verdächtigten sind bislang festgenommen worden, "aber wenn die Angreifer Araber gewesen wären, hätten sie das gesamte Dorf verhaftet und die schuldigen Parteien gefunden," sagt Ezra Nawi, ein Aktivist von der Ta'ayush Arabisch-Jüdischen Partnerschaft.

 

In den vergangenen Wochen haben die Israel Verteidigungsstreitkräfte mit den Einwohnern von Tuba und den Friedensaktivisten Lösungen diskutiert. Die IDF verlangen, dass die internationalen Freiwilligen abziehen, wobei sie versprechen, dass Soldaten die Aufgabe der sicheren Beleitung der Kinder zur Schule übernehmen würden. Aber die palästinensischen Kinder haben Angst vor den Soldaten. "Wir trauen den IDF nicht zu, dass sie die Routine durchhalten," sagte Nawi.

 

Der Sprecher der Polizei von Judäa und Samaria Sagi Shlomi sagte, dass die Polizei die Attacken ernst nähme. "Dies ist eine subversive Gruppe, die schlimme Gewaltverbrechen und Raub begangen hat. Wir haben in Maon und Maon Ranch 14 Durchsuchungen durchgeführt und Dutzende von Polizisten für die Szene angefordert."

 

Der IDF Sprecher sagte, dass eine Armeeeinheit den Weg der Kinder jeden Morgen absichern wird. Eine Armeequelle fügte hinzu, dass die internationalen Aktivisten nicht hinein gelassen würden, weil sich ein Terrorist mit ihnen einschleichen und die Siedler verletzen könnte. "Sobald die Friedensaktivisten weg sind, wird sich die Lage beruhigen," sagte er.

 

P.S.

Gush Shalom mobilisiert Olivenerntehelfer für den nächsten Samstag; um (hoffentlich) so viele Oliven wie möglich von den Bäumen zu bekommen ist dies koordiniert mit der Armee - reserviert euren Platz im Bus indem ihr eine Nachricht hinterlasst unter 03-5221732.

                    ~~~

<>  

>>Links zu Artikeln in den israelischen Medien (Englisch)<<

 

-- Gideon Levy über das, was hinter der Bühne in Dschenin vor sich geht

-- Entführung des Disengagements von Sharon von Ze'ev Schiff

-- Zuerst Weisglass, jetzt die Knesset von Herb Keinon

-- aus der israelischen arabischen Presse (erste Oktoberwoche):

-- Glaubt ihnen kein Wort - von Uri Avnery

-- Das Ha'ir Interview von Rona Kenan mit Tali Fahima - jetzt in Englisch.

 

>> Der Taxifahrer, der arglos seine Fahrgäste nach Hause fuhr; der junge Ehemann, der mit seiner schwangeren Frau von einem Besuch bei seinen Eltern zurückkehrte; der geistig behinderte Mann, der gerne Zementlastwagen beim Ausladen beobachtete; der Metallarbeiter und der Autohändler, die sich in einer Werkstatt trafen; der Bruder von einem gesuchten Mann. Die Israel Defense Forces töteten sie alle in Dschenin in den vergangenen Wochen, obwohl sie nichts Falsches getan hatten. Eines der Opfer lag sogar verblutend da, und der IDF Undercoverkämpfer (verkleidet als ein palästinensischer Zivilist) schoss ihm eine Salve in den Kopf – nur als eine gute Maßnahme. Ein Opfer lag 40 Minuten lang sterbend auf der Straße bis die Soldaten es zuließen, dass sich ein Krankenwagen nähern durfte.

 

[Um Niemandem zu erlauben, "es nicht zu wissen" fährt Gideon Levy Woche für Woche fort mit dem Schreiben über die Okkupationsroutine - diese Woche über Dschenin ("weit entfernt von den Schlachtfeldern im Gaza und dem Sinai") - 16. Oktober, Ha'aretz Wochenendausgabe]

 

http://www.haaretz.com/hasen/spages/489312.html

Hebräisch: http://www.haaretz.co.il/hasite/pages/ShArtPE.jhtml?itemNo=487800

 

>> Entführung des Disengagements von Sharon

 

Warum der Anwalt seinem Klienten hängen ließ, ist eine gute Frage, aber was interessanter ist, sind die Lektionen, die jede der Parteien sicherlich aus den Enthüllungen lernen wird. [Der höhere Militärkommentator Ze'ev Schiff über die Offenbarungen von Dov Weisglas und welche Schlüsse daraus gezogen werden sollten.]

 

Freitag, 15. Oktober 2004

http://www.haaretz.com/hasen/spages/489047.html

                ~~~

 

Sollten die US Verantwortlichen verwirrt gewesen sein über Premierminister Ariel Sharons wahre Disengagement Absichten als Folge von Dov Weisglass' Ha'aretz Interview in der vergangenen Woche, müssen sie die Eskapaden der Knesset am Montag total von den Socken geholt haben.

 

In: Zuerst Weisglass, jetzt die Knesset von Herb Keinon

    Jerusalem Post, 11. Oktober 2004

 

http://www.jpost.com/servlet/Satellite?pagename=JPost/JPArticle/ShowFull&cid=1097468034116&p=1078027574097

                ~~~

 

>> aus der israelischen arabischen Presse (erste Oktoberwoche):

 

- Neuer Plan zur Umformung der "Demographischen Balance" von Galiläa

- Neues Wohngebiet auf Kosten der Araber in Lid

- Aufstachelung durch Sharon gegen arabische Gemeinde

- Das Dorf Abu Rabea’ steht an der Spitze der Arbeitslosenliste im Negev

   und mehr

 

http://www.arabhra.org/wrap/wraphome.htm

 

[Archiviert von der Arabischen Vereinigung für Menschenrechte (HRA)

PO Box 215 – Nazareth 16101 – Israel; unia@arabhra.org]

 

>> Als vor 50 Jahren ausländische Korrespondenten mich über die Glaubwürdigkeit der offiziellen IDF-Statements befragten, pflegte ich zu sagen, unsere Armee lüge nicht. Man sollte ihren Kommuniques glauben, solange nicht das Gegenteil bewiesen wird. Diese Zeiten sind längst vorbei. Wenn mir heute dieselbe Frage gestellt wird, rate ich, nicht ein einziges Wort von Armeemeldungen zu glauben, solange nicht das Gegenteil bewiesen wird.

 

Glaubt ihnen kein Wort - von Uri Avnery

 

http://www.gush-shalom.org/archives/article325.html

 

>> Das Ha'ir Interview von Rona Kenan mit Tali Fahima - jetzt in Englisch.

 

Im September 2003 besuchte eine junge israelische Frau das Flüchtlingslager Dschenin und traf auf Zakariye Zbeide, Führer der Fatah Militanten im Lager. Ein weiterer Besuch in Dschenin, und die gefährlichen Worte, die sie sprach, haben sie, nahezu ein Jahr später, in ein israelisches Gefängnis gebracht, unter Administrativhaft (das bedeutet: ohne einen Prozess). In einem Interview, veröffentlicht im Ha'Ir Magazin im Februar 2004, erzählt Fahima ihre Erfahrungen. [Englisch: oznik.com, 6. Oktober 2004]

 

http://oznik.com/news/041006.html

 

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TOI-Billboard Archiv Link: http://archives.zinester.com/93796

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