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[Uri
Avnery über den Irak - ein Jahr danach. "Danke dafür, dass ihr uns von
unserem Unterdrücker befreit habt, aber geht jetzt nach Hause", Avnery hat
dies schon einmal gesehen.] Hebräisch
auf der Webseite http://www.gush-shalom.org/archives/article298_heb.html Es war noch vor dem Krieg, als wir warnten, dass es beinahe unmöglich sei, drei einander feindlich gesinnte Völker in einem Staat zu halten: die Sunniten, die Schiiten und die Kurden. Das stimmt bis heute. Aber vielleicht geschieht jetzt ein Wunder: die Schiiten und die Sunniten schließen sich gegen die Besatzung zusammen. Wer weiß, vielleicht wird der allgemeine Kampf zum ersten Mal eine irakische Nation zusammenschweißen und einen blutigen Bürgerkrieg auf der ganzen Linie verhindern. Hoffentlich!
Bitterer
Reis (2) Oder: Der Marsch der TorheitUri Avnery, 10.4.04 -> Uri Avnery: Gedanken zum Krieg
Der
folgende Abschnitt mag bekannt erscheinen: „Am
vierten Tag des israelischen Angriffes auf den Libanon 1982 überquerte ich die
Grenze an einer einsamen Stelle in der Nähe von Metulla und suchte die Front,
die schon die Außenbezirke von Sidon erreicht hatte. Ich fuhr – begleitet von
einer Fotografin - mit meinem privaten Wagen. Wir fuhren durch ein Dutzend
schiitischer Dörfer und wurden überall mit großer Freude empfangen. Wir
entzogen uns nur mit Mühe den Hunderten von Dörflern, die alle darauf
bestanden, dass wir bei ihnen zu Hause Kaffee trinken sollten. An den
vorausgegangenen Tagen hatten sie die israelischen Soldaten mit Reis überschüttet.
Ein
paar Monate später schloss ich mich einem Armeekonvoi an, der in die entgegen
gesetzte Richtung, von Sidon nach Metulla, fuhr. Die Soldaten trugen nun
schusssichere Westen und Helme, viele waren am Rand der Panik. Was
war geschehen? Die Schiiten hatten die israelischen Soldaten als Befreier
empfangen. Als es ihnen klar wurde, dass sie als Besatzer bleiben wollen,
begannen sie, sie zu töten. Als
die israelischen Truppen in den Libanon einmarschierten, waren sie eine unterdrückte,
von allen anderen verachtete, ohnmächtige Gemeinschaft. Nach einem Jahr des
Kampfes gegen die Besatzer wurden sie eine politische und militärische Macht.
Die schiitische Hisbollah ist die einzige militärische Macht der arabischen
Welt, die die mächtige israelische Armee geschlagen hat.“ Ende des Zitates. Dies
schrieb ich in einem Artikel, den ich „Bitterer Reis“ nannte und der am 22.
März 2003, am Vorabend der Invasion in den Irak, erschien. Er begann mit den
Worten: „Man hüte sich vor den Schiiten! Die Probleme der Besatzung werden
beginnen, wenn der Kampf vorbei ist....“ Barbara
Tuchman starb zu früh. Sonst hätte sie jetzt ihrem Buch „Der Marsch der
Torheit“ noch ein Kapitel hinzufügen können. Man
sollte daran erinnern, dass Tuchman mit der Auswahl ihrer Beispiele sehr penibel
war. Es genügte nicht, dass eine Regierung töricht handelte. Um einen Platz in
ihrem Buch zu bekommen, mussten noch zwei Bedingungen erfüllt werden: dass die
Ergebnisse der Torheiten vorausgesehen werden konnten und dass es tatsächlich
jemanden gab, der im Voraus genau vor diesen Folgen warnte. (z.B.:
Der britische König George III. verlor wegen einiger törichter Handlungen
Amerika. Dies war vorauszusehen, und der britische Politiker und Autor Edmund
Burke warnte ihn tatsächlich beizeiten davor). Was
nun im Irak geschieht, war absolut vorauszusehen. Es wiederholt sich genau das,
was uns im Libanon widerfahren ist. Otto von Bismarck bemerkte einmal: „Ein
Dummkopf lernt von seinen Erfahrungen. Ein Weiser lernt von den Erfahrungen
anderer.“ Wenn es so ist, wie sollte man Präsident Bush bezeichnen, der nicht
fähig war, aus seinen eigenen Erfahrungen zu lernen? Da
ich mich schon zitiert habe, werde ich es noch einmal tun. Am 8. Februar 2003
schrieb ich in einem Artikel mit dem Titel „Der Geruch des Krieges“: „dies
ist kein Krieg gegen Terrorismus. Es ist auch kein Krieg gegen
Massenvernichtungswaffen. Es geht auch nicht um Demokratie im Irak. Das ist ein
Krieg wegen etwas ganz anderem ... ein starker Ölgeruch liegt in der Luft.“ Damals
klang dies wie Diffamierung. Schon heute ist zweifellos klar, dass die
amerikanische Invasion weder etwas mit dem „Krieg gegen den Terrorismus“ zu
tun hat, noch mit den Massenvernichtungswaffen oder mit den Verbrechen des
Saddam Hussein und auch nicht mit Demokratie. Dies ist stichhaltig bewiesen und
dokumentiert worden und kürzlich noch einmal durch das Zeugnis von Richard
Clarke, dem Mann, der von Bush mit dem „Krieg gegen den Terrorismus“
beauftragt worden war. Von dem Augenblick an, an dem Bush das Weiße Haus
betrat, verfolgten er und seine ihn lenkenden Hintermänner im Nahen Osten nur
ein Ziel: die Besetzung des Irak. Die
Bushleute sind Ölmänner. Unter den Leuten des Big-Money, die halfen, dass
beide Bushs - sen. und jun. - ins Weiße Haus kamen, spielten die Ölmänner
eine führende Rolle. Sie haben entschieden, dass das amerikanische Imperium
seine Hände auf die großen Ölreserven des Irak legen und eine dauerhafte
militärische Basis inmitten der Ölregion errichten muss, und zwar zwischen dem
Öl des Kaspischen Meeres und dem Öl des Persisch-Arabischen Golfes. Die
fanatischen Neo-Kons, die meisten von ihnen erklärte Zionisten des rechten Flügels,
fügten dem noch ein anderes Ziel hinzu: die irakische Bedrohung gegen Israel
muss eliminiert werden, bevor Israel auch von der syrischen und iranischen
Bedrohung befreit wird. Dies war aber ein sekundäres Ziel. Es hätte keinen
Erfolg gehabt, die amerikanische Politik zu beherrschen, ohne den entscheidenden
Einfluss von Dick Cheney und der anderen - die Bush an der Leine halten – und
die über den größten Teil des Erdölvorkommens der Erde die amerikanische
Kontrolle errichten wollten. Dies
Ziel ist erreicht worden. Der Irak wurde erobert. 135 000 US-Soldaten halten das
Besatzungsregime aufrecht – mit ihnen die Truppen der Satellitenstaaten, wie
Polen, die Ukraine, Britannien, El Salvador, Italien und Spanien. Ein
kleiner (und nicht sehr intelligenter) Beamter, der sich großartig „L. Paul
Bremer III.“ nennt, ist Gouverneur der neuen Kolonie geworden, und er
beabsichtigt, die Herrschaft an die von ihm selbst ernannte irakische Regierung,
abzugeben. Das
heißt, die Herrschaft über die Müllabfuhr und die Krankenhäuser, aber
bestimmt nicht über die wirklich wichtigen Funktionen, die alle von
amerikanischen „Beratern“ kontrolliert werden. Zu diesem Zweck wird in
Bagdad die größte US-Botschaft der Welt errichtet, für mehr als 3000
Angestellte, die jeden Aspekt der Regierung im Lande kontrollieren werden. Das
erinnert einen an das Vichy-Regime des Marschall Pétain in Frankreich
(1940-44). Die Irakis selbst wird es an die britisch- kolonialen Machtstrukturen
in ihrem Lande erinnern, die sich eines arabischen „Königs“ bedienten. Soweit
es die Amerikaner betrifft, sollte dies eine Dauereinrichtung sein. Nicht für
ein Jahr, nicht für zwei Jahre, sondern für Jahrzehnte, so wie die israelische
Besatzung in den besetzten palästinensischen Gebieten. Aber im Gegensatz zu den
Israelis nennen sie das „Nation Building“ und „Errichtung der ersten
Demokratie in der arabischen Welt“. George Orwell hätte sich darüber
gefreut! Ein
kleiner Faktor wurde übersehen: das irakische Volk. Man kann doch wirklich
nicht an alles denken, oder? Als
der bewaffnete Widerstand begann, beruhigten sich die Amerikaner mit der
Vorstellung, dass dies nur „Überbleibsel des Saddam-Regimes“ wären oder
„Terroristen“ oder ausländische Agenten von Osama bin Laden. Für kein
anderes Kolonialregime ist es so schwierig wie für die Amerikaner, die
einfachste Tatsache der Welt zuzugeben: dass ein besetztes Volk gegen seinen
Besatzer aufsteht. Und wirklich, worüber sollen sich die Irakis beschweren,
nachdem die idealistischen Amerikaner sie allein aus der Güte ihres Herzens von
dem üblen Saddam befreit hatten? Jetzt
denken die Amerikaner darüber nach, ob mehr Truppen ins Land geholt werden
sollen. Die Politiker fragen die Generäle: wie viele Soldaten sind nötig, um
den Irak zu kontrollieren? Und die Generäle denken in allem Ernst nach: 10 000
mehr? 20 000 mehr? Wenn es eine ernsthafte Person unter ihnen geben würde, so hätte
die geantwortet: „Auch 500 000 sind nicht genug. Wenn sich ein ganzes Volk
erhebt, sind ausländische Soldaten hilflos.“ Die
Amerikaner hatten sich darauf eingestellt, dass die Sunniten nicht zufrieden
sein würden. Sie hatten den irakischen Staat seit seiner Gründung durch die
Briten nach dem 1. Weltkrieg beherrscht und verlieren nun ihre Vorherrschaft.
Aber die Schiiten? Immerhin sind die Schiiten in der von den Amerikanern
aufzubauenden „Demokratie“ dabei, den größten Anteil der Macht zu
bekommen. Aber die Schiiten wollen keine „Macht“ in einem Land erhalten, das
besetzt bleibt. Es
war noch vor dem Krieg, als wir warnten (oh nein, ich werde mich nicht noch ein
3. Mal zitieren!), dass es beinahe unmöglich sei, drei einander feindlich
gesinnte Völker in einem Staat zu halten: die Sunniten, die Schiiten und die
Kurden. Das stimmt bis heute. Aber vielleicht geschieht jetzt ein Wunder: die
Schiiten und die Sunniten schließen sich gegen die Besatzung zusammen. Wer weiß,
vielleicht wird der allgemeine Kampf zum ersten Mal eine irakische Nation
zusammenschweißen und einen blutigen Bürgerkrieg auf der ganzen Linie
verhindern. Hoffentlich! Nun
sind die Amerikaner in der Falle ihres eigenen Handelns gefangen. Sogar, wenn
sie den Irak verlassen wollten, (und sie wollen es sicher nicht), könnten sie
es gar nicht. Wie ein hebräisches Sprichwort sagt: „Sie können es weder
herunterschlucken noch ausspucken.“ Da
gibt es wirklich nichts, was sie tun könnten. Sie werden immer mehr in den
Sumpf geraten, töten und getötet werden, zerstören und zerstört werden –
mit immer größerer Brutalität, eine Art neues in der Wüste gelegenes
Vietnam. In den stündlichen Nachrichten von Al Jazeera ist es schwierig,
zwischen unseren Soldaten in Ramallah und den amerikanischen in Falluja zu
unterscheiden. Was uns widerfährt – wird ihnen widerfahren, nur in einem noch
größeren Ausmaß. Welche
Wirkung wird diese Ähnlichkeit auf Bush und sein Volk haben? Sie könnten
sagen: ein Sumpf ist genug. Lasst uns aus dem einen herausgehen! Lasst uns
Sharon zwingen, zu guter letzt mit den Palästinensern ein Abkommen zu
vereinbaren, statt über eine „einseitige Trennung“ zu quasseln, die
wahrscheinlich nie geschehen wird. Aber
Bush und die Bushmänner könnten auch sagen: wenn wir uns so ähnlich sind,
lasst uns Sharon noch mehr umarmen. Solch eine Reaktion würde seinen wohl
verdienten Platz im „Marsch der Torheit Nr. 2“ finden. Dies
könnte sogar gut sein: die beiden Herren hätten dann das Vergnügen, die Bühne
gemeinsam zu verlassen. (Aus
dem Englischen: Ellen Rohlfs, vom Verfasser autorisiert) -- Weitergehender
Kampf
# Gegen die Mauer (Kontaktadressen)
# Refusniks (Gefangenenadressen & Links zu fortlaufend aktualisierten
Sites)
# Vanunu soll am 21. April entlassen werden
[Links für die neueste Spendet Jetzt "An Stelle von Blumen"
Kampagne / weltweite Mahnwachen
usw. besonders wichtig für diejenigen, welche die Paypal Option nicht
haben]
Neu: Kontaktadresse bezüglich von Aktivitäten in Israel <legalese@netvision.net.il
> #
Gegen die Mauer Tägliche
Präsenz in den Dörfern, die durch den Verlauf der Mauer bedroht werden. Kontakt:
Ivy Sichel 064-604172 isichel@netvision.net.il, der eine Liste eingerichtet hat
für Menschen, die kurzfristig kommen können, oder: Arik Asherman 050-607034
info@rhr.israel.net #
Refusniks Fortlaufend
aktualisierte Liste aller gegenwärtigen inhaftierten Refusniks: Englisch
- http://www.yesh-gvul.org/english/prison/ Hebräisch
- http://www.yesh-gvul.org/prison/ Für
die neuesten Nachrichten über die Fünf: http://www.refuz.org.il/News.html
NB:
Unterstützerbriefe an
Noam Bahat / Haggai Mattar / Matan Kaminer
AGAF BET
Ma’asiyaho Prison
P.O.B 13
Ramla
Israel
Adam Maor / Shimri Tzameret:
Hermon Prison
P.O.B 4011
KFAR M’RAR
Israel
# Vanunu soll am 21. April entlassen werden Anstatt
Blumen zu schicken Weltweite
Kampagne WILLKOMMEN VANUNU durch Spenden von ein paar Dollars (N.B.:
online aber AUCH auf andere Weise)
als eine Willkommensgeste: http://www.vanunu.org/ Liste
von internationalen Mahnwachen am Tage von Vanunus Entlassung (21. April): http://www.nonviolence.org/vanunu/ http://www.vanunu.freeserve.co.uk/ Online
Petition für die bedingungslose Entlassung von Vanunu http://www.ipetitions.com/campaigns/freemordechaivanunu/ Für
Einzelheiten über Befreit Vanunu Mahnwachen und Aktivitäten in Israel, Anrufen:
02-6254530 oder 051-368236 oder Email: legalese@netvision.net.il -- http://www.gush-shalom.org/
(òáøéú/Hebräisch) http://www.gush-shalom.org/english/index.html
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