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[GushShalom] 'Nicht schon wieder' Aussagenbericht eines ISMers + was ihr tun könnt
Datum: 13.04.03 02:27:47 (MEZ) - Mitteleurop. Sommerzeit
Von: info@gush-shalom.org
GUSH SHALOM - pob 3322, Tel-Aviv 61033 - http://www.gush-shalom.org/

->> "Nicht schon wieder": Augenzeuge Joe Smith schreibt 
über die Tötung von Tom Hurndall
(Gush Shalom, 13. August 2003)

------- Forwarded message follows -------
From: "Huwaida Arraf" <huwaidaa@yahoo.com
'
Sent: Saturday, April 12, 2003 10:32 PM

Drei schlimme Verwundungen und Tode gegenüber gewaltfreien Friedensaktivisten

Freunde,

Unser Freund und Kollege Tom Hurndall liegt im Koma - "klinisch tot" im Saroka Hospital; Brian Avery hat sich gerade erst wiederherstellender Chirurgie an seinem Gesicht unterzogen und wird eine Reihe rekonstruktiven chirurgischen Eingriffen in den nächsten paar Monaten über sich ergehen lassen müssen zur Wiederherstellung seines Gesichtes wegen der Kugel, die es zerschmettert hat; Rachel Corrie starb nahezu unmittelbar nachdem sie von einem gigantischen Bulldozer zerquetscht wurde, aber ihre Erinnerung lebt weiter in all denen, die für Frieden und Menschenrechte arbeiten.

Drei schlimme Verwundungen und Tode in weniger als vier Wochen gegenüber gewaltfreien Friedensaktivisten. Drei Einzelpersonen, klar sichtbar und erkennbar, die keine Bedrohung für die Sicherheit von israelischen Soldaten in ihren Panzern, Bulldozern und militärischen Wachttürmen darstellen. Die Art der Gewalt, an deren Verhinderung und Beendigung wir gearbeitet haben, wird nun gegen uns gerichtet. Dies ist die Art der Gewalt, die jeder, der in den Okkupierten Palästinensischen Territorien lebt oder nur vorübergehend verweilt täglich ausgesetzt ist. Wir wissen, dass wir in einem rassistischen System operieren, nicht nur innerhalb dem israelischen Militär sondern auch in der internationalen Gemeinschaft. Wir wissen, dass Palästinenser, die geschlagen, willkürlich verhaftet und niedergeschossen werden, nicht beachtet werden. Israelische Soldaten haben kein Problem mit der Missachtung von palästinensischen Menschenrechte und die internationale Gemeinschaft hat null Bereitschaft gezeigt, Israel für das Wohlergehen des palästinensischen Volkes und für die Verletzung ihrer Grundrechte verantwortlich zu machen. (...)

Menschen aus aller Welt haben ihr Herz und Gefühl gegeben um mit uns zu sein, die innewohnende Gefahr kennen und dennoch an die Richtigkeit der Sache glaubend. Die internationalen Freiwilligen vom International Solidarity Movement rechnen auf ihre Regierungen und auf euch, nicht stumm zu bleiben, wenn unbewaffnete Zivilisten niedergeschossen werden – wir rechnen jetzt mit euch.

Wir denken nicht daran, unsere Bemühungen aufzugeben und wir erneuern unseren Aufruf sich uns anzuschließen, wenn ihr es könnt. Wenn ihr es nicht könnt erwägt eine oder mehrer der folgenden Aktionen um unsere Arbeit zu unterstützen:

1) In den Vereinigten Staaten fordert die Corrie Familie eine unabhängige US Untersuchung zum Tod ihrer Tochter  Rachel. Bislang hat es die Regierung der Vereinigten Staaten abgelehnt, diese Untersuchung durchzuführen, indem sie feststellte, dass sie zuversichtlich sei, dass Israel eine gründliche Untersuchung durchführen werde. Der Kongressabgeordnete Brian Baird (D-WA) leitete eine House Concurrent Resolution 111 ein, die nach einer US Untersuchung verlangt. Jedoch wenn diese Resolution nicht weitere Ko-Sponsoren und weitgestreute Unterstützung erhält, wird sie zu keinem Erfolg führen. Obwohl die Resolution weder Israels Politik der Häuserabrisse noch die israelische Okkupation und die US Unterstützung dafür verurteilt oder sonst irgendwie anspricht, hofft das ISM, dass eine schnelle und faire Untersuchung der Umstände von Rachels Tötung die Türen öffnen wird, dass diese großräumigere unterdrückende Politik, bei deren Bekämpfung Rachel getötet wurde, angesprochen werden kann. Bitte helft uns, dass die H.Con.Res.111 durchkommt indem ihr eure Repräsentanten im Kongress kontaktiert und sie bittet, sie zu unterstützen. Für weitere Informationen

2) Bitte kontaktiert eure Außenministerien und bittet sie, dass Maßnahmen durchgeführt werden, dass Israels Zielen auf unschuldige, unbewaffnete Zivilisten beendet wird, egal ob palästinensische oder ob internationale Friedensaktivisten. Fordert eure Außenministerien auf, diese Angelegenheit zu einem Thema mit dem israelischen Botschafter in eurem Land zu machen. Rachel oder Tom hätten genauso Französisch, Belgisch, Italienisch, Kanadisch, Schwedisch, Südafrikanisch, Japanisch, oder eine von Dutzenden anderen Nationalitäten haben können, die an der Seite der Palästinenser standen und sie schützten. Unten sind die Kontaktinformation für das US Außenministerium und das Britische Außenministerium, die eine besondere Verantwortung haben, da ihre Staatsbürger durch diese Politik und ihr Versagen, Israel dafür verantwortlich zu machen, ernsthaft verletzt oder getötet worden sind.

Wenn ihr Israeli seid, dann kontaktiert Mitglieder der Knesset und fordert ein Ende für die Gewalt der Okkupation.

http://www.knesset.gov.il/mk/eng/telephones_eng.asp

Vereinigtes Königreich von Großbritannien

Human Rights Department

Foreign & Commonwealth Office

King Charles Street

London SW1A 2AH

Über Telefon: +44(0)207 008 3000 oder verwendet den folgenden Link:

http://www.fco.gov.uk/servlet/Front?pagename=OpenMarket/Xcelerate/ShowPage&c=Page&cid=1007029390545

Ihr könnt auch Zugang zu Kontaktinformationen für euer Member of Parliament erhalten unter:

http://www.parliament.uk/commons/lib/alms.htm#s

Vereinigte Staaten

US Department of State

Bureau of Near East Affairs

Office of Public Affairs

Tel: 202-647-5150

Tel: 202-736-4995 verlangt nach Kim Richter

secretary@state.gov

askpublicaffairs@state.gov

oder benutzt das folgende Link:

http://contact-us.state.gov/ask_form_cat/ask_form_foreign.html

3) The Christian Peacemaker Teams, Partner im International Solidarity Movement, haben ihre Unterstützer aufgerufen in dieser Woche hell orangefarbene Westen zu tragen. Bitte bedenkt hell orangefarbene und reflektierende Westen zu tragen, falls ihr es könnt, zu eurer Arbeit, Schule, und Gebetsplätzen und informiert andere über das absichtliche Zielen des israelischen Militärs auf unschuldige Zivilisten und unbewaffnete Friedensaktivisten.

Wir danken euch, dass ihr mit uns seid, für eure Worte des Trostes, eure Ermutigung und eure Unterstützung.

In Solidarität & Kampf,

INTERNATIONAL SOLIDARITY MOVEMENT

info@palsolidarity.org

www.palsolidarity.org

=====================

12. April, 2003

Stellungnahme zur Erschießung von Tom Hurndall

ISM team in Rafah

Fotos erhältlich bei www.palsolidarity.org

für Video Material, bitte die Reuters News Agency kontaktieren

Am 11. April 2003 planten 10 Mitglieder des International Solidarity Movement in Rafah, Gaza Streifen, Palästina, ein Zelt aufzurichten in einer Gegend, die ein israelischer Panzer oft benutzt um in die Häuser und Straßen eines Flüchtlingslagers mit Namen Yibna zu schießen. Einige palästinensische Gemeindemitglieder hatten das Projekt initiiert, sammelten die Vorräte und begleiteten uns zu dem Gebiet um etwa 16:30 Uhr. Als wir an der Stelle ankamen war der Panzer bereits dort und schoss in die Straße. Ein nahegelegener israelischer Sicherheitsturm hatte ebenfalls angefangen und feuert wiederholte, einzelne Scharfschützenschüsse ab.

Eine amerikanische Internationale wurde von zwei Palästinensern begleitet um näher heran zu kommen und eine bessere Sicht auf das Gebiet zu bekommen, und sie trug unsere Warenzeichen geschützte fluoreszierende orangefarbene Jacke mit reflektierenden Streifen. Der Panzer und der Turm schossen scharf auf den Boden und die Gebäude auf beiden Seiten von ihr, was ihre Bewegung schwierig machte. Sie kehrte schnell zum Rest der Gruppe zurück, die hinter einer großen Straßensperre positioniert war, aber in Sichtbereich des Sicherheitsturms. Wir stellten eine Konsensentscheidung her über den Abbruch der Aktion und am nächsten Tag zurückzukehren, da den Palästinensern das Kanonenfeuer nicht geheuer war.

Gegen etwa 16:45 Uhr begannen Schüsse die Gebäude und die Straße um uns herum zu treffen und wir machten uns Sorgen über ein paar Kinder, die nahe bei uns auf der Straßensperre spielten. Viele waren weggelaufen, aber ein paar waren geblieben. Thomas Hurndall, ein 21 Jahre alter Aktivist aus London, GB, bemerkte, dass ein kleiner Junge immer noch auf dem Hügel war unter Beschuss stand. Er hob schnell den Jungen herunter und setzt ihn hinter die Straßensperre. Tom war im Begriffe zurückzugehen als er zwei kleine Mädchen sah, die immer noch vor der Straßensperre und in der Schusslinie waren.

Er bewegte sich um ihnen zu helfen als ein israelischer Soldat in dem Turm etwa 300 Meter vor ihm eine hochkalibrige Scharfschützenkugel direkt in seinen Kopf schoss. Er trug eine fluoreszierende orangefarbene Jacke mit reflektierenden Streifen, und war im vollen Sichtbereich des Turms. Die Britische Botschaft war über seine Anwesenheit informiert worden, die wiederum das israelische Militär informiert hatte.

Palästinenser hoben seine Körper auf und legten ihn auf das Straßenpflaster etwa 5 Meter hinter der Straßensperre. Zwei ausgebildete Sanitäter leisteten medizinische Erste Hilfe Versorgung und  benutzten Binden um zu versuchen die Blutung zu stoppen. Palästinenser hoben ihn dann in ein nahe stehendes Taxi und fuhren ihn schnell zum Al N'gar Hospital. Unterwegs kümmerten sie sich um ihn und versuchten die Blutung zu stoppen.

Gegen etwa 17:15 Uhr wurde er in einem Krankenwagen zum Europa Hospital in Khanyunis überführt. Es dauerte über 30 Minuten für den Krankenwagen um dorthin zu gelangen, das es eine israelische Straßensperre auf der Hauptstraße gibt. Ohne diese Behinderung hätte es nur 7 Minuten gedauert.

Nach vielen Verhandlungen mit der Britischen Botschaft und dem israelischen Militär wurde Tom zu einer nahegelegenen israelischen Siedlung gebracht von wo er mit dem Hubschrauber zum Saroka Hospital in B'er Sheva, Israel, gebracht wurde. Er wird gegenwärtig völlig künstlich am Leben gehalten und ist in einer Kopfschiene. Einige seiner Freunde haben sich an seinem Bett getroffen, und seine Eltern sind unterwegs.

ENDE

INTERNATIONAL SOLIDARITY MOVEMENT

www.palsolidarity.org

"Es sind die zahllosen unterschiedlichen Handlungen von Mut und Glauben, aus denen die menschliche Geschichte geformt wird. Jedes Mal wenn eine Mensch für eine Ideal aufsteht oder handelt, um das Los der anderen zu verbessern, oder die Ungerechtigkeit bekämpft, sendet er eine winzige Welle der Hoffnung aus, und sich gegenseitig kreuzend aus einer Million von unterschiedlichen Zentren von Energie und Wagemut bilden diese kräuselnden Wellen einen Strom, der die mächtigsten Mauern der Unterdrückung und des Widerstands wegspülen kann." Robert F. Kennedy

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Schließt euch dem Kampf an, das BBC zurück auf die israelischen Bildschirme zu bekommen.

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