Leserbrief zum Artikel „Geheimsache“ im Hafen vom 13. Februar 2020

Sehr geehrter Herr Ludger Heuken!  

In der Ausgabe der WAZ vom 13. Februar fand ich Ihren Beitrag zum NATO-Manöver DEFENDER 2020. Bereits die Überschrift des Artikels „Geheimsache“ macht sehr gut deutlich, wie die Kriegstreiber in diesem und in den anderen Ländern, die sich dem Manövervorhaben angeschlossen haben, mit den Bürgern umzugehen wünschen. Es werden tausende Sodatinnen und Soldaten und schweres Militärgerät über den Atlantik geschickt. Quer durch Deutschland und Polen, um vor die russische Grenze zu gelangen. Diese Drohkulisse gegenüber den östlichen Nachbarn, ist 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Ende des Kalten Krieges kaum zu überschätzen. Als ob dies alles schon längst vergesssen ist, bereiten sich auch deutsche Truppen für diesen Aufmarsch vor. Deutschland dient, wie Ihre Zeitung richtig schreibt, als logistische Drehscheibe, wie schon in Kriegseinsätzen zuvor. Wie im Irakkrieg, im Krieg in Afghanistan, wie in Einsätzen in Syrien als NATO-Partner und mit ihren Leitzentren in Ramstein, Ulm und im niederrheinischen Kalkar. Damit betreibt Deutschland nach zwei verlorenen Weltkriegen erneut das Geschäft mit militärischem Machtkalkül. Als ob aus Erfahrungen nicht zu lernen wäre. Kritische Fragen aus der Bevölkerung zu dem Aufmarsch werden von den politischen Meinungsführern abgewiegelt. Es wären im Grunde nur Bündnisverpflichtungen, die mit der Teilnahme am Manöver befriedigt würden. Mein Vater wurde als junger Mann über die Grenze zu Russland geschickt. Sein Schicksal führte ihn bis kurz vor die Stadtgrenze zu Stalingrad. Geschunden und mehrfach verwundet kehrte er nach Deutschland zurück. Gedemütigt durch einen brutalen Krieg! Was wollen die NATO-Truppen vor der Grenze zu Russlands heute? Nach ca. 20 Millionen Toten auf sowjetischer Seite und insgesamt ca. 80 Millionen Tote und Verletzten insgesamt durch den Einsatz von Militär im Zweiten Weltkrieg? Krieg ist keine Lösung! Und auch Kriegsspiele dienen keiner Völkerverständigung! Die Mittel für diesen Aufmarsch fehlen für Investitionen in die Zukunft, für Kindergärten, Schulen, Universitäten, sozialen Wohnungsbau, kostenlosen Nah- und Fernverkehr und Wohlstand für alle.  

Ich bitte um Veröffentlichung in Ihren Medien!

Freundlicher Gruß!

Jürgen Hagenguth

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