Presserklärung

Am 8. Mai jährt sich die Befreiung vom Faschismus. Aus diesem Anlass reinigen Mitglieder des Friedensforums Duisburg am Samstag, dem 08.05.2021, ab 12.00 Uhr die Gräber der Duisburger Widerstandskämpfer und der Kinder der Fremdarbeiter auf dem Neuen Friedhof (Waldfriedhof) in Duisburg-Wanheimerort.

Nachdem die NSDAP an der Regierung war, haben die Faschisten zuerst ihre politischen Gegner brutal ausgeschaltet. Danach wurde der grausame Krieg in Europa entfesselt, der in den Republiken der damaligen Sowjetunion über 28 Mio. Menschen das Leben kostete und „verbrannte Erde“ hinterließ. Das Ende der NAZI-Herrschaft endete in einem Weltenbrand und vielen sinnlosen Opfern weltweit. Den Opfern durch Versklavung in Arbeits-, Gefangenen- und Konzentrationslagern und der Ermordung vieler Menschen durch die Gewaltherrschaft von nationalistischen Kräften wollen wir gedenken. Menschen, die durch rassistische, faschistische, nationalistische, autoritäre und chauvinistische Motive gequält oder wegen ihrer abweichenden politischen, sexuellen oder glaubensbetonten Haltung umgebracht wurden, wollen wir unsere Zeichen setzen. Friedliche Völkerverständigung ist das Ziel. Schüren von Hass gegen Minderheiten und Fremdenfeindlichkeit waren Kernziele des Faschismus. Diesen Wurzeln des Hasses muss aktiv entgegengewirkt werden.

Heute leben wir in einer Zeit großer Verunsicherung, in der zunehmend politisch rechte Kräfte ihre Stimme erheben. Westeuropäische Regierungen wollen mit Russland und China „aus einer Position der Stärke heraus“ umgehen – also die eigenen Interessen gegen diese Länder durchsetzen. Hochrüstung und ideologische Verblendung sowie die Zunahme von Rüstungsexporten verschärfen Konfliktlagen an den Rändern Europas.  Der Beleg dafür sind die unverhältnismäßigen Steigerungen der Rüstungsausgaben der Bundesrepublik im Rahmen der NATO-Planungen (laut SIPRI-Bericht von 2011 bis 2020 für Deutschland eine Steigerung von 28 %; in 2020 allein 5,2 %). Eine säbelrasselnde Rhetorik begleitet diese abenteuerliche Politik, die bei den Parteien der Bündnisgrünen, der christlichen Unionsparteien, der SPD bis hin zu der AfD an Deutlichkeit nicht davor Halt macht, den Wehrwillen eines Deutschlands nach innen und außen zu fördern. Wehrwillen? Hatten wir das nicht schon 1933? Massenvertreibungen von Menschen aus ihren Heimatländern ist heute wie damals die Folge einer rücksichtslosen, geostrategischen Machtpolitik, die den globalisierten Markt und die Ausbeutung von Menschen auch mit Hilfe militärischer Mittel durchsetzen will.

Wo Demokratie und gesunder Menschenverstand versagen, wird Widerstand zur Pflicht. Und aus der deutschen Geschichte lernen heißt diesen Militarismus und den Faschismus aktiv zu bekämpfen.

Mit der Aktion an den Gräbern der Widerstandskämpfer und den Zwangsarbeitern möchte das Friedensforum Duisburg ein Zeichen setzen: Demokratie verteidigen! Abrüsten statt aufrüsten!

Auf dem Waldfriedhof

Die Veranstaltung auf dem Friedhof (Waldfriedhof) wurde mit zwölf Mitstreitern durchgeführt und das Gräberfeld, die Grabsteine der Widerstandskämpfer und der Obelisk (Gedenkstein), der an die getöteten Widerstandskämpfer erinnert, wurden umfänglich gesäubert. Auf den Grabstellen wurden abschließend Nelken niedergelegt. Ebenfalls wurde an den Gräbern der Kinder von Zwangsarbeitern und Zwangsarbeiterinnen eine Gedenkversammlung abgehalten. Das Friedensfrorum Duisburg beteiligte sich ebenfalls an der Kundgebung von DU+WIR und VVN-BdA Duisburg

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